Das Kulturhaus KKL in Luzern, entworfen vom Architekten Jean Nouvel, zieht jährlich etwa 500.000 Besucher an und bietet Konzerte, Kongresse sowie kulinarische Erlebnisse. Doch die Frage steht im Raum: Wie wird es sich auf lange Sicht behaupten? Die Region hat in den letzten Jahren zahlreiche hochkarätige Konzertsäle wie Andermatt und Vitznau gesehen, zudem ist ein Kammermusik-Saal in Altdorf geplant. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass das KKL sich musikalisch sowie baulich öffnen muss, um jüngeres Publikum anzusprechen.
Die Untersuchung ergab, dass das Haus noch immer als elitärer Ort der klassischen Musik wahrgenommen wird. 90 Prozent der Befragten wünschen sich eine Vielfalt an Musikformaten und -stilen. Lara Merkel, Chief Sales & Marketing Officer des KKL, betont: “Unsere Veranstaltungen sind schon jetzt mehrheitlich nicht-klassisch. Die Studie zeigt jedoch, dass diese Breite in der Stadt Luzern noch zu wenig bekannt ist.” Roger Gort, Präsident der Stiftung Konzerthaus Luzern, die gemeinsam mit dem Club of Lucerne die Studie bei der Hochschule Luzern (HSLU) initiiert hat, äußerte sich überrascht über diese Diskrepanz.
Die Studie “KKL 2040+” umfasst unter anderem eine Megatrend-Analyse und Interviews mit einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung. Gort erklärt: “Das KKL ist bestens positioniert, aber wir möchten vorausschauend planen und uns fragen, wie es sich 2040 präsentieren könnte.” Seit der Eröffnung im Jahr 1998 haben die Stiftung Konzerthaus Luzern und der Club of Lucerne fünf Millionen Franken für Projekte bereitgestellt.
Die Studie zeigt auch eine unterschiedliche Identifikation mit dem KKL über Generationen hinweg: Während fast 80 Prozent der über 70-Jährigen sich damit verbunden fühlen, sind es bei den 18- bis 34-Jährigen nur knapp 40 Prozent. Matthes Fleck von der HSLU merkt an, dass das Haus jüngeren Menschen “schwer zugänglich oder wenig einladend” erscheine.
Eine klare Forderung aus der Studie ist die stärkere Öffnung des KKL. Der Wunsch besteht nach mehr öffentlich zugänglichen Bereichen und Veranstaltungsorten, etwa durch eine Nutzung der Terrasse für Nicht-Konzertbesucher oder Events auf dem Europaplatz.
Was mit diesen Erkenntnissen geschehen wird, bleibt abzuwarten. Stiftungsrat Roland Brunner erklärt: “Wir nehmen die Studie ernst und sind offen für Veränderungen. Der Wunsch nach mehr Zugänglichkeit soll uns leiten.”