Auf ihrem Flug von Miami nach Zürich entschied sich die Swiss Airline für einen Schritt zur Nachhaltigkeit und nutzt nun Holzbesteck. Nau.ch-Journalist Simon Ulrich berichtet jedoch, dass die Praktikabilität des neuen Materials fraglich ist.
Nach etwa sieben Stunden ohne Mahlzeit wird das Frühstück verteilt: Brötli, Mini-Croissants, Konfitüre und Butter werden auf Holzbesteck serviert. Der Genuss des Morgenessens entwickelt sich jedoch zu einer Herausforderung an Bord. Die frisch aus der Kühlung genommene Butter sowie das fragile Holzmesser erwiesen sich als unüberwindbare Hindernisse.
Trotz aller Mühen gelingt es kaum jemandem, ein Croissant sauber zu bestreichen; die meisten Passagiere kämpfen mit dem Biegen und Brechen des Messers. Die Szene wiederholt sich in den umliegenden Sitzreihen: Drücken oder sachte sägen – das Ergebnis bleibt dasselbe.
Während einige Passagiere über diese kleinen Probleme lächeln, betont die Swiss Airline ihre Bemühungen, Einwegplastik zu vermeiden. “Konkrete Rückmeldungen speziell zum Holzbesteck liegen uns derzeit nicht vor”, erklärt Sprecherin Nicole Meier. Die Kundinnen und Kunden würden diese nachhaltigen Initiativen schätzen, wie Befragungen zeigen.
Die Frage nach Metallbesteck bleibt offen: Auf kürzeren Langstreckenflügen wird Holzbesteck verwendet, auf längeren Flügen hingegen kommt eine zweite warme Mahlzeit mit Metallbesteck zum Einsatz. Dies hängt laut Meier von der Flugdauer ab.
Die Swiss Airline betont die umfangreichen Tests neuer Produkte und strebt nach einem funktionierenden, nachhaltigen Service an Bord. Trotz laufender Entwicklungen seien aktuell keine Änderungen am Besteck geplant. Ein Hoffnungsschimmer bleibt: Vielleicht wird zukünftig auch die Butter etwas weicher serviert.