Woher der Osterhase seine Eier bekommt und warum wir sie für das Frühstück färben, sind Fragen, die SRF-Religionsexpertin Judith Wipfler beleuchtet. Seit dem 17. Jahrhundert ist der Hase Teil des Osterfestes und hat den Kuckuck sowie den Fuchs als Eierbringer abgelöst – wohl auch dank seiner niedlichen Ausstrahlung. Historisch belegt ist die Geschichte vom eifrigem Hasen seit 1682, nachdem ein Heidelberger Mediziner diesen Brauch am Oberrhein dokumentierte.
Der Hase symbolisiert Fruchtbarkeit und Sexualität im Frühling, wobei frühe christliche Theologen ihm Attribute wie Wollust zuschrieben. Andere betonten seine friedlichen Eigenschaften, die ihn mit Jesus vergleichbar machten. Die Schweizer Schokoladeindustrie hat den Hase zum Star gemacht: Dieses Jahr wurden allein in der Schweiz rund 20 Millionen Schoggihasen produziert.
Die romanischen Sprachen erinnern im Wort ‘Ostern’ an das jüdische Pessachfest, welches die Befreiung aus Ägypten feiert. Im Griechischen wird es als ‘Pas’cha’ bezeichnet und über das Lateinische in die romanischen Wörter für Ostern übernommen.
Die Lichtsymbolik von ‘Ostern’ verweist auf den Sonnenaufgang im Osten, ein zentrales Element vieler Kirchenbauten. Diese Symbolik korrespondiert mit dem Frühlingserwachen und der christlichen Auferstehung Jesu: Das Leben triumphiert über den Tod.
Die Eierschwemme nach der Fastenzeit vor Ostern führte zur Entstehung vielfältiger regionaler Bräuche. Traditionell wurden die Eier rot gefärbt, um an das Kreuzigungsgeschehen zu erinnern – eine Praxis, die bis heute in orthodoxen Kirchen gepflegt wird.
In Solothurn verbreitete sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts die slawische Technik des ‘Eierritzens’, bei der kunstvolle Muster auf roten Eiern freigekratzt werden. Viele Osterbräuche sind jedoch nicht so alt, wie oft angenommen, sondern erst im 19. oder sogar noch späteren Jahrhundert belegt.
Universelle Symbole wie das Ei, Licht und Wasser spiegeln Lebensfreude wider, unabhängig von ihrer christlichen Deutung. Traditionell schweizerische Bräuche wie ‘Eiertütschen’ oder ‘Eierleset’ verbinden Spaß mit dieser Symbolik.
Obwohl Jesus kein Ostern feierte, sondern Pessach, ist das Osterlamm ein zentraler Teil des Festes. In der Schweiz sind Zicklein als ‘Gitzibraten’ traditionell und in Griechenland wird Mageiritsa nach der Osternachtmesse gegessen.
Radio SRF 2 Kultur berichtete am 5. April 2025 um 8:30 Uhr über diese Traditionen.