(dpa) Die Taiwanerin Yang Shuang-zi wird mit dem renommierten Internationalen Booker Preis für die englische Übersetzung ihres Romans «Taiwan Travelogue» ausgezeichnet. Das Buch spielt in den 1930er Jahren während der japanischen Besatzung Taiwans und erzählt von zwei Frauen: einer japanischen Autorin und einer lokalen Übersetzerin, die das Land bereisen und sich ineinander verlieben. Ihre Beziehung wird jedoch durch unterdrückende politische Umstände belastet.
Bei der Preisverleihung im Londoner Kunstmuseum Tate Modern betonte Yang Shuang-zi: «Die Literatur ist untrennbar mit der Politik verbunden». Sie verwies auf die koloniale Geschichte Taiwans und dessen Erfahrungen unter verschiedenen Mächten, wobei sie an die transformatorische Kraft der Literatur glaubte.
Auf der Shortlist befanden sich zwei deutsche Autoren: Shida Bazyar mit ihrem Debütroman «Nachts ist es leise in Teheran» von 2016 und Daniel Kehlmann mit dem im Jahr 2023 auf Deutsch erschienenen Roman «Lichtspiel». Der Internationale Booker Preis, der mit 50.000 Pfund dotiert ist, wird halb an die Autorin oder den Autor und halb an die Übersetzerin oder den Übersetzer vergeben und ehrt ins Englische übersetzte Werke. Romane sowie Kurzgeschichten-Sammlungen sind zugelassen.
Separat wurde bekanntgegeben, dass der vielseitige Schauspieler Alexander Held im Alter von 67 Jahren nach kurzer Krankheit in Tirol verstorben ist. Der TV-Produzent Sven Burgemeister bestätigte den Tod und würdigte ihn als «Geschenk»: einen Menschen mit Humor, Feingefühl und großer Zuwendung.
Held war bekannt für seine Rolle in der ZDF-Serie «München Mord» und Auftritten in Filmen wie «Sophie Scholl – Die letzten Tage», «Der Schuh des Manitu» oder «Der Untergang». Er hatte eine musikalische Vergangenheit als Solosänger bei den Regensburger Domspatzen und spielte Fußball für 1860 München, bevor er sich der Schauspielerei zuwandte.
Beim französischen Pay-TV-Sender Canal+ drohte ein Bruch mit etwa 600 Filmschaffenden nach deren Kritik an dem konservativen Medienmogul Vincent Bolloré. Der Senderchef Maxime Saada reagierte in Cannes auf einen offenen Brief in der Zeitung «Libération» und äußerte den Wunsch, die Zusammenarbeit mit den Unterzeichnern zu beenden. Canal+ spielt eine zentrale Rolle bei Filmproduktionen in Frankreich; ein Ausschluss bedeutender Filmschaffender könnte sich negativ auf das Programm auswirken.
Bolloré, der bereits 30 Prozent an Canal+ hält, plant den Erwerb der Kinokette UGC. In ihrem offenen Brief kritisierten die Filmschaffenden Bollorés mögliche Kontrolle über die gesamte Filmbranche, was in Frankreich für Diskussionen sorgt.