Laurent Wyss, Moderator und Produktionsleiter bei Telebielingue mit 25-jähriger Betriebszugehörigkeit, äußert sich enttäuscht über das Vorgehen der Geschäftsführung: «So geht man nicht mit seinem Personal um.» Mangelnde Transparenz und Respekt werden von ihm kritisiert. Gemeinsam mit anderen Kollegen protestierten sie diese Woche vor der Redaktion in Biel, da bereits seit zwei Jahren bekannt war, dass Telebielingue die Konzession verlieren könnte.
Im Januar 2024 entschied das Bundesamt für Kommunikation zugunsten des Neuenburger Senders Canal Alpha und seines Projekts Canal B, nicht wie erwartet für Telebielingue. Dies führte zu jährlichen Gebühreneinnahmen von rund 3.7 Millionen Franken für den neuen Konzessionär bis 2034. Nach erfolglosem Rechtsstreit bei Bundesverwaltungsgericht, folgte Anfang April eine Massenentlassung von 40 Mitarbeitenden durch die Gassmann-Gruppe.
Trotz Konsultationsprozessen bemängelt Wyss den fehlenden Dialog mit der Geschäftsleitung. Eine Petition haben nun 45 von 55 Mitarbeitenden unterzeichnet, um Verhandlungen über einen Sozialplan zu erreichen. «Wir verlangen Unterstützung bei der Neuorientierung für diejenigen, die ihren Job verlieren», betont Wyss.
Die Übergabe der Petition scheiterte, da die Geschäftsführung nicht erschien. Christian Bärenfaller, CEO von Gassmann Media seit 2024, reagierte mit dem Hinweis auf unpassende Gesprächsorte und bestehendem Dialog durch regelmäßige Treffen mit der Belegschaft. Er erwähnte jedoch die fehlende gesetzliche Verpflichtung zu einem Sozialplan und finanzielle Unmöglichkeit.
Bärenfaller sprach von Investitionen in «Telebielingue 2.0», ein dynamisches Newsmagazin-Konzept, das bis zu 17 Arbeitsplätze sichern soll, obwohl auf Gebührengelder verzichtet wird. Die Belegschaft erwartet bis zum 10. Mai eine Antwort auf ihre Forderung.
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6.5.2026, 17:30 Uhr