Der Zürcher Hausberg Üetliberg, oft belächelt als bloßer Hügel, birgt versteckte Gefahren. Trotz seiner niedrigen Höhe von nur 871 Metern und der leichten Erreichbarkeit zieht er Abenteurer an, die seine weniger bekannten Pfade erkunden wollen.
Die Region Fallätsche oberhalb des Quartiers Leimbach ist ein besonders gefährliches Gebiet. Sie umfasst einen acht Hektar großen Steilhang von 300 Metern Breite und 200 Metern Höhe, der als Klettergebiet gilt. Der Name stammt wahrscheinlich vom französischen “Falaise”, was “Steilküste” bedeutet.
Auch wenn der Üetliberg durch gut ausgebaute Wege erschlossen ist, gibt es viele unmarkierte Pfade, die zu schweren Unfällen führen können. So stürzte kürzlich ein 69-Jähriger tödlich in die Tiefe aus noch ungeklärten Gründen. Die Rettungsorganisation Rega musste ihn bergen.
Die Fallätsche ist bekannt für ihre steilen Sandsteinbänke und Mergelschichten, die bei Feuchtigkeit instabil werden. Viele Wanderer verirren sich auf den kaum sichtbaren Pfaden. Auch die Alpenclub-Vorständin Sherin Bohnhoff warnt vor der Gefährlichkeit des Geländes.
Historisch gesehen lockte das Gebiet ab dem 19. Jahrhundert Bergsteiger an, obwohl es keine offiziellen Wanderwege gibt. Ein Beispiel ist die inzwischen unzugängliche Glecksteinhütte von 1910.
Auch heute zieht der Üetliberg weniger erfahrene Berggänger an, was das Risiko erhöht. Schon vor über hundert Jahren bemerkte die NZZ das zunehmende Kraxlerleben am Sonntag und die daraus resultierenden Gefahren.
Dennoch bietet die Fallätsche sichere Möglichkeiten zum Erkunden, wie der Ausflug zur 1909 erbauten Hütte Teehüsli. Diese ist vom Gratweg aus schnell erreichbar und bietet Einblicke in das alpine Abenteuer ohne unnötige Risiken.