Am Mittwochmorgen um kurz nach 11 Uhr kam es zu einem verhängnisvollen Vorfall in Engelberg, Kanton Obwalden. Eine Gondel der Bergbahn auf dem Titlis stürzte ab und rollte mehrfach einen Hang hinunter, wie Videos belegen. Der exakte Unfallhergang ist noch unklar. Trotz starkem Wind, mit Böen von bis zu 130 km/h laut SRF Meteo, waren einige Seilbahnen im Skigebiet geschlossen, während die betroffene Gondelbahn weiterbetrieben wurde. Norbert Patt, CEO der Titlis-Bahnen, erklärte in einer Pressekonferenz: “Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der verstorbenen Person.” Bei Windgeschwindigkeiten über 40 km/h sollten Alarme ausgelöst und die Bahnen abgestellt werden. Die letzte technische Revision fand im September statt, und laut Patt sei die Bahn vollständig funktionsfähig gewesen.
Der Hersteller Garaventa teilte mit, dass sie keine Informationen über den Unfallursprung haben und erst weitere Auskünfte geben können, sobald mehr bekannt ist. Die Gondel befand sich zu dem Zeitpunkt nur mit einer Person an Bord, die tödlich verunglückte.
Die Evakuierung der verbliebenen Passagiere wurde am Nachmittag abgeschlossen; 100 bis 200 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Das Unglück ereignete sich kurz nach der Mittelstation Trübsee auf etwa 2.000 Metern Höhe, was die Rettungsmaßnahmen erschwerte.
Die im Jahr 2015 eingeweihte Seilbahn verbindet Engelberg mit dem Gipfel des Titlis über eine Strecke von rund 2,7 Kilometern und ist ein wichtiger Verkehrsweg für das größte Skigebiet der Zentralschweiz. Der Betrieb wurde ausgesetzt; die Kantonspolizei Nidwalden, die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST sowie die Staatsanwaltschaft führen nun Ermittlungen durch. Norbert Patt versicherte, dass alle Videoaufnahmen zur Untersuchung bereitgestellt werden. Die Wiedereröffnung der Bahn wird von der SUST entschieden.
In den vergangenen Jahren gab es nur wenige Seilbahnunfälle in der Schweiz, darunter ein tödlicher Arbeitsunfall 2025 und mehrere Verletzungen oder Todesfälle bei technischen Versagen. Die Bergbahnen stehen nun vor der Herausforderung, die Ursachen des tragischen Vorfalls auf dem Titlis zu klären.