Mit seinem Ultimatum am Dienstag an die Spitze Irans gesetzt, hat US-Präsident Donald Trump den Druck massiv erhöht. Nach einem Luftangriff auf die Ölinsel Kharg im Persischen Golf durch die USA und israelische Angriffe auf Eisenbahnbrücken und Autobahnen in Iran steht ein diplomatischer Durchbruch kurz vor dem Ablauf des Ultimatums als unwahrscheinlich da.
Trump äusserte seine bisher dramatischste Drohung gegenüber Iran, indem er schrieb: «Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und nie wiederkehren.» Dies teilte er auf seinem Netzwerk Truth Social mit. Er beschrieb den Moment als einen der «wichtigsten in der langen und komplexen Weltgeschichte». Trump setzte Iran eine Frist bis 20 Uhr am Dienstagabend (2 Uhr MESZ), um die Blockade der Strasse von Hormuz zu beenden, andernfalls drohte er mit einem Bombardement Irans zurück in die Steinzeit. Er konkretisierte seine Drohung damit, dass alle elektrizitätsversorgenden Anlagen und Brücken zerstört werden könnten.
Die Lage hat sich an einen kritischen Punkt entwickelt: Entweder gibt eine Seite nach oder die Eskalation führt zu umfassender Zerstörung der zivilen Infrastruktur Irans. Die Spannung wächst, da beide Seiten kaum Anzeichen für eine Deeskalation zeigen.
Vor dem Ablauf des Ultimatums führten israelische und amerikanische Kampfflugzeuge am Dienstag verschiedene Angriffe in Iran durch. Auf der strategisch wichtigen Insel Kharg, über die 90 Prozent der iranischen Rohölexporte laufen, wurden mehrere Explosionen gemeldet. Ein Bericht von «Axios» zitiert einen anonymen Beamten mit den Worten, es handele sich um «Wiederangriffe» auf militärische Ziele.
Zudem griff die israelische Luftwaffe Brücken in Iran an, darunter eine Autobahnbrücke zwischen Hashtroud und Tabriz sowie eine weitere nahe Qom. Bei einem Angriff auf eine Eisenbahnbrücke bei Kashan wurden zwei Personen getötet.
Am Dienstagvormittag warnte die israelische Armee Iran, das Zugnetz bis zum Abend nicht zu nutzen. Später teilten sie mit, acht Brückenabschnitte angegriffen zu haben, von denen die iranischen Streitkräfte Waffen verlagerten.
Iran drohte wiederum den USA mit Gegenmassnahmen und kündigte an, Infrastruktur in der Region anzugreifen, um «den USA und ihren Verbündeten über Jahre hinweg den Zugang zu Öl und Gas» zu verwehren. Diese Drohung richtet sich vor allem gegen die Golfstaaten.
Um eine weitere Eskalation zu verhindern, wurden diplomatische Gespräche zwischen Washington und Teheran intensiviert. Zwei pakistanische Quellen bestätigten Reuters, dass Verhandlungen andauerten. Auch US-Vizepräsident J. D. Vance äusserte sich optimistisch über anhaltende Diskussionen.
Trump betonte auf Truth Social, es könnten «weniger radikale Führungspersonen» in Iran am Ruder sein und spielte mit der Hoffnung auf eine positive Veränderung: «Vielleicht passiert ja etwas revolutionär Wundervolles. Wir werden es heute Nacht erfahren.»