Donald Trumps zweite Amtszeit offenbart sowohl die Stärken als auch Grenzen der amerikanischen Einflussnahme in einer zunehmend multipolaren Welt. Während er in Europa einige Erfolge verbuchen kann, sieht es anders aus gegenüber China und dem Iran. Trotz anfänglicher Annahmen ist Trump kein Isolationist. Seine Politik zeichnet sich durch Angriffslust statt Rückzug aus – ein Zeichen seiner Überzeugung von der Alleinherrschaft der USA als globale Supermacht. Diese Ansicht wird gestützt durch die Tatsache, dass die USA militärisch weiterhin dominant sind, den Dollar als Kernwährung behalten und bei kritischen Technologien wie Künstlicher Intelligenz führend bleiben. Trump nutzt seine Macht zielstrebig zur Durchsetzung seiner Politik ‘America first’. Als Immobilienunternehmer fokussiert er auf Erweiterung der eigenen Einflusssphäre, vor allem durch wirtschaftlichen Druck. Militärische Mittel setzt er zurückhaltend ein – wie die Aktionen gegen Venezuela und den Iran zeigen. Die Strategie Trumps bringt gemischte Ergebnisse: Russland zeigt sich verhandlungsbereit, während Verbündete in Europa und Asien versuchen, Konflikte zu vermeiden. Trotz des Unmuts bleiben organisierte Gegenmaßnahmen selten. Doch bei China und Iran stößt Trump auf Widerstand. Peking nutzte seine Kontrolle über seltene Erden als Druckmittel, während sich Teheran durch Guerillataktiken zurüstet, um die Schifffahrt in der Straße von Hormuz zu kontrollieren. Die tatsächlichen Grenzen amerikanischer Macht liegen eher im Inneren. Trump muss eine Balance finden zwischen Einsatz internationaler Stärke und den Erwartungen seiner Wählerbasis, die wenig Interesse an kostspieligen Auslandseinsätzen hat. Dies beeinflusst seine Agenda zunehmend, insbesondere im Hinblick auf die Zwischenwahlen. Gegner nutzen strategisch Schwachstellen aus – ein Zeichen dafür, dass Trump möglicherweise bald eine zurückhaltendere Außenpolitik verfolgen könnte, um sich stärker den wirtschaftlichen Sorgen seiner Bürger zu widmen. Eine Niederlage bei den Wahlen könnte ihn zur ‘lame duck’ machen. In diesem Sinne markiert seine aktuelle Amtszeit den Höhepunkt seiner außenpolitischen Aktivität.