Laut Berichten haben ukrainische Drohnen erhebliche Schäden an der russischen Erdölexporteinfrastructuren angerichtet. Diese Angriffe richteten sich gegen Ziele in der Ostseeregion und dürften eine bedeutende Auswirkung auf die russische Ölindustrie haben, so der Russland-Experte Stefan Meister vom Zentrum für Ordnung und Governance in Osteuropa, Russland und Zentralasien bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Nach seinen Angaben wurde bis zu 40 Prozent der Exportkapazität von russischem Öl beeinträchtigt.
Die Bedeutung der Ostseeregion für den russischen Exportservice wird durch diese Angriffe deutlich, die nicht nur das Ölgeschäft, sondern auch andere Güter wie Düngemittel betreffen. Zudem sind Schattenflotten, die zur Umgehung von Sanktionen eingesetzt werden, betroffen.
In diesem Kontext ist der US-Entscheid, den temporären Kauf russischen Erdöls zu erlauben, um Engpässe zu vermeiden, besonders relevant. Diese Angriffe stellen einen ungünstigen Zeitpunkt für Russland dar, da das Land gerade versucht, seine Einnahmen durch den Verkauf von Öl aus weltweit stationierten Tankern kurzfristig zu steigern.
Obwohl es eine Pipeline nach China gibt, deren Kapazität erhöht werden soll, sind die aktuellen Möglichkeiten begrenzt. Die Schäden an den Ostseehäfen erschweren Russland das Wiederauffüllen dieser Tanker erheblich. Die Frage steht im Raum, wie schnell Russland seine Infrastruktur reparieren kann.
Die Ukraine hat ihre Angriffsfrequenz erhöht und zielt nicht nur auf Häfen, sondern auch auf Eisenbahnknotenpunkte und Raffinerien ab. Diese strategischen Ziele beeinträchtigen die Benzinversorgung in Russland und die Versorgung der Fronttruppen.
Es kursieren Berichte, dass Präsident Wladimir Putin Oligarchen um finanzielle Unterstützung für den Krieg gebeten haben könnte. Obwohl Kreml-Sprecher Dmitri Peskow dies dementiert hat, zeigt das russische Budgetdefizit von 40 bis 50 Milliarden US-Dollar im Januar/Februar und der leere Wohlfahrtsfonds im Sommer finanzielle Herausforderungen auf. Die Steuererhöhungen in Russland deuten ebenfalls auf Schwierigkeiten hin, den Krieg fortzusetzen.
Die Angriffe zeigen die Auswirkungen von Sanktionen und die finanziellen Engpässe Russlands auf.