Ein mächtiger Baum stürzte Dienstagmorgen um 5.30 Uhr auf den Neumühlequai und blockierte die Strasse mehrere Stunden lang. Eine Rosskastanie fiel quer über das Trottoir und die Fahrbahn, was zum Glück keine Personen verletzte. Der Baum beschädigte bei seinem Sturz die Stromleitungen der Bus- und Tramlinien, wodurch insbesondere die Linie 46 stark beeinträchtigt wurde.
Vor Ort eingetroffene Experten einer von Grün Stadt Zürich beauftragten Firma kümmern sich um das Entfernen des massiven Stammes und den Abtransport in Containern. Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) arbeiten daran, die beschädigten Infrastrukturen zu sichern und versprechen Reparaturen während einer stromlosen Nacht.
Obwohl eine offizielle Analyse noch aussteht, gehen Fachleute von Morschheit als Ursache des Sturzes aus. Keine extremen Wetterereignisse in der Nacht deuten darauf hin, dass die Kastanie bereits längere Zeit ein Sicherheitsrisiko darstellte.
Der Fall hat politische Dimensionen: Die umgestürzte Rosskastanie gehörte zu einer Reihe von Bäumen, deren Fällung durch eine Petition des Vereins Klimastadt Zürich mit 12.000 Unterschriften verhindert wurde. Ursprünglich war geplant, die gesamte Baumreihe im Rahmen eines Abwasserkanalprojekts zu entfernen. Die Stadt gab jedoch nach dem Druck der Petitionäre bekannt, dass mindestens die ältesten Kastanien zwischen Walchebrücke und Central erhalten bleiben sollen.
Schon 2024 wies die Stadt auf den kritischen Zustand vieler Bäume hin; ein amtliches Gutachten von Dezember 2025 bestätigte deren rapide Verschlechterung. Zehn Rosskastanien galten Ende 2025 als kurzfristig erhaltenswert, doch eine Fällung war in den kommenden zwei bis vier Jahren wahrscheinlich.
Das Baumsturzereignis könnte nun das Argument für die Stadtverwaltung stärken, nachdem ein von den Petitionären eingereichtes Gutachten den Zustand der Bäume als gesünder beschrieben hatte.