Als Honey Rider in einem elfenbeinfarbenen Bikini aus dem Meer auftauchte, schrieb Ursula Andress in “James Bond jagt Dr. No” Filmgeschichte und wurde zum Star. Sie überstrahlte sogar Sean Connery und erhielt 1964 einen «Golden Globe» als beste Nachwuchsschauspielerin.
Den ikonischen Bikini hatte sie selbst genäht, da der vorgesehene Badeanzug mit Blumenmuster ihr nicht gefiel. Dieses Outfit brachte ihr den Ruhm ein; über ihren starken Akzent war Andress anfangs besorgt, doch die Actionsequenzen lag ihr im Blut: “Darin war ich wirklich gut.” Ihr Auftritt verkörperte einen neuen Frauentypus – selbstbewusst und sportlich.
Ursula Andress wuchs in Ostermundigen bei Bern mit fünf Geschwistern auf. Nach dem Umzug nach Rom im Alter von 18 Jahren lernte sie Marlon Brando kennen, der ihr den Weg zu Paramount ebnete, wo sie 1955 unter Vertrag genommen wurde. Doch bald rebelliert sie gegen die Vorgaben und befreite sich aus ihrem Hollywood-Vertrag.
In Los Angeles verliebte sie sich in John Derek, mit dem sie 1957 heiratete. Nach einem Bild von ihr mit nassen Haaren, das Derek an die Produzenten schickte, wurde sie für den Bond-Film engagiert. Sie spielte später mit Stars wie Woody Allen und Elvis Presley.
Ihr Privatleben war oft im Fokus der Medien, doch Andress blieb stets unabhängig. 1965 verließ sie Derek für Jean-Paul Belmondo, ihren großen Liebespartner. Mit Harry Hamlin hatte sie 1980 einen Sohn.
“Meine konservativen Freundinnen haben mich oft wegen meiner jungen Partner kritisiert”, erinnerte sich Andress. Sie pflegte positive Erinnerungen an alle ihre Liebhaber und blieb lebenslang mit Sean Connery befreundet: “Er war ein lieber, grossartiger Schauspieler!”
In einem Interview äußerte sie sich bescheiden über das Altern: “Älterwerden ist für alle schwierig. Der Körper macht nicht mehr mit, wie ich es mir wünsche.” Ursula Andress zog sich ins Privatleben zurück und lebt in ihrem Landhaus bei Rom. Ihren runden Geburtstag feiert sie im kleinsten Kreis: “Geburtstage sind nichts für mich; ich mag es nicht, im Mittelpunkt zu stehen.”