5000 US-Soldaten werden gemäß Anordnung des Verteidigungsministers Pete Hegseth von den Vereinigten Staaten abgezogen. Dies berichtet CBS News unter Berufung auf das Ministerium; der Abzug soll in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten erfolgen. Die Begründung lautet, eine Überprüfung der Truppenpräsenz in Europa sowie die lokalen Bedingungen und Einsatzanforderungen würden dies notwendig machen.
Im Vorfeld hatte US-Präsident Donald Trump gedroht, Truppen abzuziehen. Diese Drohung folgte Spannungen mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz im Kontext des Iran-Konflikts. Schon während seiner ersten Amtszeit äußerte Trump mehrmals Absichten für einen solchen Abzug.
Nach Daten des Pentagons waren Ende 2025 etwa 68.000 US-Soldaten auf europäischen Basen stationiert, von denen rund 36.400 in Deutschland lagen. Aktuelle Schätzungen gehen von etwa 86.000 Soldaten in Europa und 39.000 in Deutschland aus – diese Zahlen ändern sich ständig durch Rotationen und Manöver.
Die USA unterhalten wichtige Militärbasen in Deutschland, insbesondere im Südwesten und Süden, als strategische Punkte seit dem Kalten Krieg. Diese dienen nicht nur der Verteidigung Europas gegen mögliche russische Aktionen, sondern auch wirtschaftlichen Interessen.
Die deutsch-amerikanischen Beziehungen sind durch den Iran-Konflikt belastet. Nach scharfer Kritik von Merz an der US-Politik reagierte Trump mit harschen Worten und kritisierte dessen Ineffektivität im Ukraine-Kontext.
Ein Abzug könnte begrenzt sein, doch die Schließung ganzer Standorte wäre signifikant. Laut Keystone-SDA hätte dies keine unmittelbaren Sicherheitsfolgen für Deutschland; jedoch bestünde Unsicherheit über das NATO-Beistandsversprechen und welche Truppen betroffen wären.
Der US-Kongress hat einen Mechanismus zur Gewährleistung einer Mindeststärke der Streitkräfte im Zuständigkeitsbereich des Europa-Kommandos beschlossen, die nicht unter 76.000 fallen darf. Ein Teilabzug könnte auch in Italien und Spanien erfolgen.
SRF 4 News, 02.05.2026, 03:00 Uhr; sda/busr