Für die Trump-Administration gilt Ungarns Regierungschef als Symbolfigur im Kampf gegen Linke und Woke. Vizepräsident Vance reist für Wahlkampfhilfe nach Budapest, während er gleichzeitig die EU kritisch ins Visier nimmt.
Viktor Orban hat den Besuch von J.D. Vance, dem Vizepräsidenten der USA, groß angekündigt, obwohl ein geplanter Besuch Trumps im vergangenen Herbst ausfiel. Dieser hätte ihm vor den anstehenden Wahlen eine Plattform als Vermittler in geopolitischen Fragen bieten können. Dennoch markierte Vance’ Ankunft den höchstrangigen US-amerikanischen Staatsbesuch seit zwei Jahrzehnten, so Orban bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.
Vance betonte seine Absicht, die ungarische Regierung bei der bevorstehenden Wahl zu unterstützen. Er hob hervor, dass Trump und Orban zusammen als Verteidiger der westlichen Zivilisation stünden. Der Vizepräsident lobte auch Orbans Engagement für den Frieden in der Ukraine.
Obwohl Orban öffentliche Kommentare von EU-Beamten und europäischen Abgeordneten immer wieder scharf kritisiert, nahm er selbst die Vorwürfe ausländischer Einflussnahme auf seine Wahlkampagne nicht zurück. Im Fokus stand eine Kommunikation seines Aussenministers mit dem russischen Diplomaten Sergei Lawrow und ein Telefonat zwischen Orban und Putin.
Vance griff diese Anschuldigungen auf, indem er die EU-Bürokratie der schlimmsten Wahlbeeinflussung bezichtigte. Er beschrieb deren Handlungen als Versuch, Ungarns Wirtschaft zu schwächen und Preise für Verbraucher zu erhöhen.
Vance’ Einsatz für Orban zeigt seine Bedeutung für die Trump-Administration, besonders angesichts seiner Rolle als Vorbild für konservative Bewegungen weltweit. Trotz Umfragen, die einen Sieg Orbans infrage stellen könnten, bleibt er ein geschätzter Verbündeter.
Orban, der sich selbst als Führer einer „illiberalen Demokratie“ präsentiert, hat in konservativen Kreisen durch seine Politik an Popularität gewonnen. Seine Strategien umfassen restriktive Migrationspolitik und eine starke nationale Identität.
Vance’ Interesse an Ungarns Sozialprogrammen zeigt sich bereits seit Jahren. Trotzdem übersehen amerikanische Konservative Probleme wie den Geburtenrückgang in Ungarn.
Orbans geschicktes Lobbying, besonders in den USA, hat ihn zu einem Schlüsselfaktor für rechtskonservative Netzwerke gemacht. Trump hat mehrfach seine Unterstützung zugesichert und erkennt Orbans frühe Förderung an.
Trotz dieser Bemühungen bleibt die Wirtschaftslage der entscheidende Faktor in den Umfragen zur ungarischen Wahl. Orban versucht, trotz Kriegsgefahren gegen den Iran, eine positive Stimmung zu bewahren.