Die Segelboote «Friend Ship» und «Tiger Moth» haben nach einer Verspätung schliesslich die letzten Ladungen der internationalen humanitären Initiative «Nuestra America» («Unser Amerika») in Havanna abgeliefert. Diese Aktion zielte darauf ab, Kuba im Kontext der durch eine US-Ölblockade verschärften Energiekrise zu unterstützen.
Die beiden Boote hatten ihre Reise vor einer Woche von Isla Mujeres im Südosten Mexikos aufgenommen und waren zwischen Donnerstag und Samstag nicht auffindbar, was internationale Besorgnis sowie Suchaktionen auslöste. Adnaan Stumo, der Sprecher der Expedition, entschuldigte sich für die Aufregung: «Es tut uns leid, dass wir den Leuten Sorgen bereitet haben. Wir waren nie wirklich in Gefahr», erklärte er und fügte hinzu, dass schlechte Wetterbedingungen einen Umweg notwendig gemacht hatten, wobei der Kontakt zur mexikanischen Marine aufgrund technischer Schwierigkeiten unterbrochen wurde.
Nach dem Verlust des Kontakts zu den Booten hatte die mexikanische Marine am Donnerstag eine Such- und Rettungsaktion eingeleitet. Ein Flugzeug der Marine ortete die Segelboote schliesslich am Samstag, 80 Seemeilen (ca. 148 km) nordwestlich von Havanna, woraufhin Funkkontakt hergestellt werden konnte. Zudem wurde ein Unterstützungsschiff entsandt.
Die Ölblockade gegen Kuba durch US-Präsident Donald Trump wurde im Januar verhängt, nachdem die Vereinigten Staaten den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zu Beginn des Monats festgenommen hatten. Daraufhin stoppte Caracas, der Hauptlieferant von Kraftstoff für Kuba über 25 Jahre hinweg, die Lieferungen abrupt.
Die Insel erlebt seit Ende 2024 mehrere allgemeine Stromausfälle.