Die Deponie Gamsenried im Kanton Wallis, die grösste und komplexeste ihrer Art in der Schweiz, steht seit Jahrzehnten im Fokus. Der Pharmakonzern Lonza vergrub hier diverse gefährliche Abfälle, darunter Quecksilber, Anilin, Benzol und Benzidin. Aufgrund von Undichtigkeiten, durch die Schadstoffe ins Grundwasser gelangen, ist eine Sanierung unumgänglich geworden. Ein zentraler Bestandteil dieser Sanierungsmaßnahmen ist der Bau einer Dichtwand, welche 1,6 Kilometer lang und bis zu 30 Meter tief in den Boden gerammt werden soll. Diese Wand wird künftig verhindern sollen, dass weiterhin Schadstoffe auslaufen.
Trotz klarer Pläne hat sich der Baubeginn erneut verzögert. Recherchen von Radio SRF zeigen, dass die Bauarbeiten für die Dichtwand, ursprünglich für letztes Jahr angesetzt, bereits zweimal verschoben wurden und nunmehr auf Mitte dieses Jahres geplant waren. Lonza bestätigt jedoch eine weitere Verzögerung.
Quecksilber ist ein giftiges Schwermetall, das selbst in kleinsten Mengen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen kann. Anilin wird häufig für Farben und Lacke eingesetzt und kann Sauerstoffmangel verursachen, während Benzidin als hochgradig krebserregend gilt. Auch Benzol ist bereits in geringen Mengen schädlich und birgt ein genetisches Risiko.
Auf Anfrage erklärte Lonza, dass momentan Gespräche mit mehreren Baufirmen geführt werden. Sobald die Arbeiten definitiv vergeben sind, müssen die einzelnen Phasen der Sanierung neu bewertet werden: “Der effektive Starttermin hängt vom weiteren Verlauf der Verhandlungen ab und könnte entweder im Jahr 2026 oder 2027 stattfinden.” Somit ist mit einer mindestens halbjährigen Verspätung zu rechnen. Lonza äußerte sich nicht zu den Gründen für die erneute Verzögerung.
SRF 4 News, 12.5.2026, 6 Uhr