Nach einer Niederlage bei der Parlamentswahl Mitte April, die seine 16-jährige Amtszeit beendete, hat Ministerpräsident Viktor Orban überraschend angekündigt, sein Mandat im neuen Parlament nicht anzutreten. Stattdessen will er Fidesz und das rechte Lager neu aufstellen, wie Peter Techet vom Institut für den Donauraum (IDM) in Wien erklärt.
Techet, ein promovierter Jurist und Historiker, der am IDM forscht, betont Orbans Absicht, ausserparlamentarisch aktiv zu bleiben. Obwohl er das Parlamentsmandat ablehnt, um Kritikern nicht ausgesetzt zu sein, bleibt er Parteichef von Fidesz. Dies ist entscheidend, da ein Mandat ihm keine Immunität vor möglichen Korruptionsverfahren durch die neue Regierung unter Peter Magyar bieten würde.
Orban plant zunächst eine Reise in die USA im Sommer und könnte Ungarn ausweichen, falls rechtliche Schritte gegen ihn eingeleitet werden. Sein Ziel ist der Aufbau einer nationalen Bewegung, um wirtschaftlichen Einfluss zu bewahren.
Nach seiner Wahlniederlage will er, ähnlich wie sein politischer Gegner, eine breite Bewegung in Dörfern und Städten aufbauen, da die Fidesz im neuen Parlament stark geschwächt ist. Die Frage bleibt offen, ob Orban es schaffen wird, diese Bewegung zu etablieren, insbesondere weil er nach einem Jahr das Parteichef-Amt zur Wahl stellt und interne Kritik innerhalb seiner Partei laut wurde.
Romana Kayser führte das Gespräch für SRF 4 News am 28. April 2026 um 7:15 Uhr.