Die Kabinengewerkschaft Ufo hat am Vorabend des Pilotenstreiks weitere völlige Arbeitsniederlegungen der Flugbegleiter für die Gesellschaften Lufthansa und Lufthansa Cityline angekündigt. Diese sollen ab Mittwoch um 00:01 Uhr bis Donnerstag kurz vor Mitternacht dauern, wobei alle Abflüge von Frankfurt und München betroffen sein werden.
Infolgedessen wurden am Montag bereits mehrere Flüge zwischen der Schweiz und Deutschland storniert. Auch in den kommenden Tagen sind weitere Annullierungen zu erwarten. Am Flughafen Genf mussten drei Verbindungen nach und ab München, Frankfurt und Düsseldorf gestrichen werden; diese sechs Flüge hätten am Montagvormittag stattfinden sollen.
Am Flughafen Zürich wurden insgesamt 24 Lufthansa- und Eurowingsflüge (je zwölf Ankünfte und Abflüge) annulliert. Am Euroairport Basel wurde von drei stornierten Ankünften und ebenso vielen gestrichenen Abflügen nach München berichtet, zudem eine Strecke zwischen Basel und Frankfurt.
Auch für Dienstag sind Flugausfälle angekündigt: In Genf wurden vier Flüge (einer nach Frankfurt, einer nach München) als storniert gemeldet; in Basel werden wahrscheinlich sechs Flüge ab und nach München gestrichen. Die Arbeitnehmer legten am Freitag für einen Tag die Arbeit nieder, um bessere Arbeitsbedingungen zu fordern. Am Montag und Dienstag verweigerten auch die Piloten den Dienst.
Ufo wirft der Lufthansa vor, sich in einer harten Verhandlungsposition einzurichten, obwohl das Unternehmen behauptet, jederzeit verhandlungsbereit zu sein. Harry Jaeger, ein Tarifexperte, kritisierte diese Haltung scharf. Die Lufthansa bezeichnete die Forderungen der Piloten am Montag als “absurd und unerfüllbar”.
Der Festakt zum 100-jährigen Bestehen der ersten Lufthansa wird durch den Streik des fliegenden Personals überschattet. Eine Kundgebung vor der Unternehmenszentrale in Frankfurt ist für Mittwoch geplant.