Whatsapps KI-Feature wurde von einem Kreis zu einem lila Kranz umgestaltet, wie ein Experte vermutet, um skeptische Nutzer für die Künstliche Intelligenz zu gewinnen. Nach seiner Einführung als blauer Kreis stieß das Feature auf Unverständnis bei den Anwendern. Nun fällt es Schweizer Nutzern auf, dass sich das Symbol in einen lila Kranz verwandelt hat, obwohl Meta keinen offiziellen Kommentar abgegeben hat.
KI-Experte Mike Schwede spekuliert, dass der Konzern die Änderung vornahm, um mehr Interesse zu wecken. Laut ihm sei es trotz eines Jahres im Einsatz schwierig gewesen, Nutzer für die KI auf Whatsapp zu begeistern. Viele sehen das Messenger-Tool weiterhin als sicheren Hafen des digitalen Privatlebens und seien daher gegenüber Meta-KI misstrauisch.
Schwede beschreibt den neuen lila Kranz im Vergleich zum ursprünglichen Kreis als freundlicher und natürlicher. Er glaubt, dass das neue Symbol Vertrauen schaffen soll, indem es weniger technisch wirkt. Über das Icon gelangen Nutzer zu einem Chatbot mit dreißig Optionen wie Witze, Lesevorschläge oder Anti-Stress-Tipps.
Der Bot unterstützt auch bei Hausaufgaben oder dem Verfassen von Nachrichten an Kollegen und bietet Erziehungstipps. Die KI hält unter anderem Bürowitze und sogar solche mit einem “klassisch-doof”-Touch bereit, wie zum Beispiel: “Was ist grün und steht vor der Tür? Ein Klopfsalat.”
Einige Funktionen erfordern allerdings, dass Nutzer persönliche Informationen preisgeben. Bei den Anti-Stress-Tipps sollen sie ihren Stresspegel auf einer Skala von Eins bis Zehn angeben und verraten, was ihnen am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat.
Meta versichert, dass die privaten Chats der Nutzer für die KI unzugänglich bleiben. Laut Schwede werden jedoch direkte Prompts zur Verarbeitung auf Meta-Server übertragen. Dazu gehören alle Fragen und hochgeladenen Bilder im KI-Chat sowie Nachrichten, die mit “@Meta AI” markiert sind. Feedback-Daten wie Daumen hoch oder runter tragen laut Schwede zur Optimierung des Modells bei.
Schwede rät Nutzern, den Whatsapp-KI-Chat ähnlich einem öffentlichen Forum zu behandeln – nützlich, aber nicht für Geheimnisse geeignet.