Mit einem spektakulären Sieg über den um Jahre älteren Shaun Murphy hat Wu Yize, ein erst 22-jähriger Snooker-Profi aus China, die Weltmeisterschaft gewonnen. Sein Triumph ist nicht nur der Beginn einer neuen Ära im britischen Traditionssport, sondern auch ein Beleg dafür, dass chinesische Nachwuchstalente den Snooker dominieren. Obwohl Wu Yize zunächst etwas überfordert wirkte beim Empfang des Pokals, zeigt seine Leistung, dass China eine neue Generation ambitionierter Spieler vorantreibt.
Wu Yizes aggressiver und riskanter Spielstil brachte ihm im Finale gegen den 21 Jahre älteren Engländer Shaun Murphy einen knappen Sieg (18:17). Diese Strategie, bei der er auch aus weit entfernten Positionen aufs Ziel schoss, könnte nun als Inspiration für zukünftige Talente dienen. Nach einem erschütternden Verlust von fünf Spielen in Folge fand Wu zurück und drehte das Spiel mit einer herausragenden Leistung im entscheidenden Durchgang (81er-Break).
Der Sieg unterstreicht die wachsende Bedeutung Chinas im Snookersport. Vor einem Jahr feierte Zhao Xintong als erster Chinese einen Triumph in Sheffield. Derzeit stellen chinesische Spieler 32 der insgesamt 64 Profis auf der Main Tour, und das Interesse am Sport ist in China ungebrochen hoch.
Shaun Murphy, bekannt als “Magician”, erlebte in seinem letzten Anlauf eine Niederlage gegen den von ihm einst prädestinierten Gegner. Der Wegbereiter aus Liverpool, der 2005 seinen einzigen Titel gewann, musste sich diesmal geschlagen geben und zeigte sich nach dem Turnier enttäuscht.
Das Crucible Theatre in Sheffield bleibt weiterhin das Herz des Snookersports, auch wenn es kurzzeitig umgebaut wird. Die WM bot viele Dramen, darunter die Achtelfinal-Niederlage von Ronnie O’Sullivan gegen John Higgins – beide Legenden seit 1992 aktiv. Barry Hearn, der britische Promoter, betonte vor dem Turnier: “Ohne das Crucible ist Snooker einfach nicht dasselbe.”