Die Brandschutzvorschriften in Zürcher Klubs und Bars werden sorgfältig eingehalten, wie unangemeldete Überprüfungen in verschiedenen Lokalen zeigten. Die verheerende Brandkatastrophe im Walliser Tourismusort Crans-Montana brachte jedoch schwerwiegende Verstöße gegen Brandschutzbestimmungen ans Licht, die zu 41 Todesopfern und 115 Verletzten führte.
Alexander Bücheli von der Schweizer Bar- und Clubkommission betonte nach dem Brand gegenüber der NZZ, dass in der Schweiz strenge Vorschriften herrschen. Insbesondere Notausgänge und Rauchentlüftungssysteme seien bei Bars und Klubs standardmäßig vorgeschrieben.
Trotz dieser strengen Regeln offenbarte die Katastrophe im «Le Constellation» vermutlich gravierende Verfehlungen in der Einhaltung der Vorschriften sowie ein Versagen der Behörden bei den Kontrollen. Die strafrechtliche Aufarbeitung läuft noch.
Die Frage nach der Sicherheit von Klubs und den Lehren aus dem Brand stellte sich auch für drei Gemeinderätinnen und -räte der SP, GLP und Grünen an den Zürcher Stadtrat. Der Stadtrat sieht jedoch keinen unmittelbaren Handlungsbedarf und stellt fest, dass keine Versäumnisse bei städtischen Betrieben bekannt seien. Man setzt auf die Zusammenarbeit mit Betreibern.
Im letzten Jahr gab es 151 Kontrollen in Klubs, Bars, Gastrobetrieben sowie Theatern, Kinos, Museen oder Sportanlagen. Davon wurden 41 Lokale überprüft, die mehr als 300 Gäste fassen können. Diese unangekündigten Besuche sind insbesondere dann möglich, wenn ein Verdacht besteht.
Laut Stadtrat finden Kontrollen in Klubs und Theatern mindestens alle vier Jahre statt. Betriebe mit über 300 Plätzen werden zweijährlich kontrolliert. Die kantonale Gebäudeversicherung (GVZ) bescheinigt den Stadtzürcher Einrichtungen ein gutes Zeugnis nach unangemeldeten Kontrollen durch Brandschutzexperten von Schutz und Rettung Zürich.
Die Experten überprüften Fluchtwege, Baumaterialien sowie den Zugang für die Feuerwehr. Die Betreiber zeigten sich sehr kooperativ, und die Security-Mitarbeiter waren gut informiert.
Dennoch stand der Personalbestand bei der Zürcher Feuerpolizei zur Debatte. Bis Ende 2025 arbeiteten über 31 Mitarbeitende daran, von denen 26 Brandschutzexperten sind. Ein Stellenabbau war geplant, um auf geplante Lockerungen in den Brandschutzvorschriften zu reagieren.
Diese Vorgaben hätten die behördlichen Abnahmekontrollen und Kontrollintervalle reduziert, was Kritik hervorgerufen hatte. Die Brandkatastrophe von Crans-Montana führte zur Sistierung der geplanten Lockerungen.
Die vorgesehene Stellenreduktion bei Schutz und Rettung wurde gestoppt, und eine vakante Position ist wieder ausgeschrieben worden.