Seit nunmehr sechs Wochen ist der Iran-Krieg ein Faktor, der den Flugverkehr beeinträchtigt und zu einem Rückgang der Übernachtungszahlen in Zürich führt. Die A-380-Maschinen der Emirates aus Dubai landen etwa am Nachmittag auf dem Flughafen, von insgesamt drei bis vier täglichen Flügen aus dieser Region – im Vergleich zu den regulären zwölf. Der Konflikt, ausgebrochen mit einem amerikanisch-israelischen Angriff am 28. Februar, hat viele Airlines dazu veranlasst, ihre Flugpläne anzupassen. Dies führte zu temporären Landungen in Zürich. Christian Brugger und sein Bruder führen sechs Geschäfte für Souvenirs, Uhren und Messer im Herzen von Zürich. Im März verzeichnete er einen Kundenrückgang um etwa 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, besonders fehlen Gäste aus den Philippinen und Thailand sowie Australier und Neuseeländer. Der Krieg in Iran beeinflusst diese Reisestruktur deutlich, da viele Touristen über Drehkreuze im Nahen Osten fliegen. Thomas Wüthrich von Zürich Tourismus bestätigt eine zunehmende Zurückhaltung bei Buchungen seit März und erste Stornierungen. Die Auswirkungen des Konflikts sind laut ihm in Fünf-Sterne-Hotels und bei Gruppenreisen besonders spürbar, weniger aber in mittelpreisigen Hotels und außerhalb der Stadtzentren. Milan Prenosil von Sprüngli berichtet von guten Geschäften mit Schokoladenprodukten zu Ostern, sieht jedoch Einbußen an Flughafen- und Bahnhofslagen. Er betont die Wichtigkeit des asiatischen Kundensegments, bleibt aber optimistisch dank der lokalen Kundschaft. Brugger hält sich bei Personalentscheidungen zurück, hat bisher nur Bestellmengen angepasst. Der Tourismus ist angesichts der globalen Unsicherheit besonders volatil. Martin von Moos vom Verband Hotellerie Suisse erwähnt stärkere Auswirkungen in Genf und dem Berner Oberland als in Zürich, sieht aber auch die Möglichkeit einer verstärkten Nachfrage nach „sicheren Destinationen“ wie der Schweiz. Wüthrich hebt hervor, dass Zürich mit seinen diversen Besucherquellen – 39 Prozent aus der Schweiz und je rund 14 Prozent aus Asien/Nahost sowie Nordamerika – noch nicht in Alarmbereitschaft ist. Die kommenden Monate werden entscheidend sein für die Entwicklung des Jahres.