Bei seiner Afrikareise hielt Papst Leo XIV. im Rahmen einer der größten Messen seiner Amtszeit eine Messe in Kilamba, Luanda. Über 100.000 Menschen feierten ihn laut Schätzungen, viele hatten stundenlang gewartet.
Nachdem ein öffentlicher Disput mit US-Präsident Trump für Aufsehen gesorgt hatte, nahm Leo auf dem Flug nach Angola unerwartet zu Journalisten Stellung. Er erklärte, dass einige seiner Aussagen «nicht in allen Aspekten korrekt» interpretiert worden seien.
Trump hatte den Papst kritisiert und ihm eine «schreckliche» Außenpolitik vorgeworfen, auch ein von KI generiertes Bild von sich als Heiland veröffentlicht. Er forderte Leo auf, sich «zusammenzureißen», was ungewöhnlich war. Auch US-Vizepräsident JD Vance äußerte sich kritisch.
Der Papst erwiderte darauf: «Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung.» Später sprach er von einer «Handvoll Tyrannen», die die Welt zerstören, was als Reaktion auf Trumps Kritik gedeutet wurde. Leo betonte gegenüber Journalisten, seine Rede sei zwei Wochen zuvor verfasst worden und vor den Äußerungen des Präsidenten.
Er bestätigte: «Viel von dem, was seither geschrieben wurde, war Kommentar auf Kommentar», um das Gesagte zu interpretieren. Der Papst betonte erneut seine Mission der Friedens- und Gerechtigkeitsbotschaft. Trump hatte Leo empfohlen, sich auf seine Rolle als Oberhaupt der katholischen Kirche zu konzentrieren.
Die Auseinandersetzung mit dem Präsidenten lenkte von Leos Afrikareise ab, was ihn möglicherweise zur erneuten Erklärung bewog. In Angola verurteilte Leo die andauernde Ausbeutung des Kontinents durch andere Länder und internationale Firmen. Bei einem Treffen mit Präsident João Lourenço hob er hervor: «Wie viel Leid, wie viele Tote, wie viele soziale und ökologische Katastrophen werden durch diese Logik der Ausbeutung verursacht!»
Angola ist reich an Rohstoffen, dennoch leben die meisten seiner 37 Millionen Einwohner in Armut. Die Region leidet noch immer unter den Folgen eines fast dreißig Jahre andauernden Bürgerkriegs. Der überwiegende Teil der Bevölkerung sind Christen, etwa die Hälfte davon Katholiken.
Leo äußerte sich nicht weiter zu seinem Motiv für die neue Stellungnahme im Flugzeug. Er hatte in den vergangenen Wochen durch verschiedene Aufrufe seine Ablehnung des US-Iran-Konflikts gezeigt. In einem Ostergebet forderte er: «Schluss mit der Selbstvergötterung und der Vergötterung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg!» Dies zog ihm offenbar Wut im Weißen Haus ein.
SRF 4 News, 16.4.2026, 22 Uhr; dpa/schm;kors