In der Schweiz sind die Kosten für Nikotinersatzprodukte bis zu fünfmal höher als in Nachbarländern wie Frankreich. Dies erschwert es vielen Schweizern, mit dem Rauchen aufzuhören.
Die Preise für Nikotinpflaster, Kaugummis und Beratungsleistungen sind in der Schweiz deutlich höher im Vergleich zu Frankreich. Experten warnen, dass dies ein Problem für die öffentliche Gesundheit darstellt. Viele Betroffene kaufen deshalb ihre Produkte im Nachbarland, wie «Le Matin» berichtet.
Ein Beispiel verdeutlicht den Preisunterschied: In einer französischen Apotheke in Annemasse kosten 210 Nikotinkaugummis umgerechnet rund 22 Franken. Dasselbe Produkt wird in Genf für 109 Franken angeboten.
Jonathan Balsiger, der vor zehn Jahren aufgehört hat zu rauchen und heute noch mit einer E-Zigarette dampft, besuchte nach Angaben des Magazins mehrere französische Apotheken. Er erfuhr dort, dass viele Schweizer wegen der niedrigeren Preise einkaufen.
PharmaSuisse erklärt, dass die Preisunterschiede durch den jeweiligen Markt, gesetzliche Vorgaben und die Steuergesetzgebung entstehen. Die Apotheken kaufen diese Produkte zu höheren Kosten ein.
Ein Grund für die hohen Preise in der Schweiz ist der kleinere Markt, was die Kosten pro Einheit erhöht. Zudem werden in Frankreich 65 Prozent der Kosten von der Krankenkasse übernommen, während dies in der Schweiz nicht der Fall ist.
Auch die Raucherentwöhnungsberatung ist teurer: In der Schweiz können nur Ärzte diese Leistung über die Grundversicherung abrechnen. In Frankreich sind auch andere Gesundheitsfachkräfte berechtigt, sofern sie entsprechend ausgebildet wurden.
Virginie Bréhier von der Waadtländer Lungenliga kritisiert: Die Kosten für den Rauchstopp könnten höher sein als die laufenden Ausgaben eines Rauchers. Dies sei absurd aus Sicht der öffentlichen Gesundheit.