In einer bahnbrechenden Maßnahme plant Großbritannien den Verkauf von Tabakprodukten für zukünftige Generationen zu verbieten. Das vom Parlament beschlossene Gesetz sieht eine schrittweise Erhöhung des Mindestalters für den Kauf vor, sodass Personen, die 2027 oder später geboren werden, niemals legale Tabakprodukte erwerben können. Fiona Endres von SRF erklärt, dass dieses Vorhaben dazu beitragen soll, das Gesundheitssystem zu entlasten, da Rauchen in England jährlich für 40.000 Krankenhausaufenthalte und 64.000 Todesfälle verantwortlich ist. Das Gesetz erwartet nun nur noch die formelle Zustimmung des Königs, die bald kommen soll.
Obwohl das Rauchen selbst nicht untersagt wird, gibt es strengere Vorschriften für E-Zigaretten und Vapes. Die Malediven waren das erste Land, das im November 2025 den Tabakverkauf an Personen unter 18 Jahren verbot. Neuseeland folgte Ende 2022 mit einem ähnlichen Gesetz, welches jedoch kurz darauf wieder aufgehoben wurde.
Costa Rica, trotz seiner Rolle als bedeutender Tabakproduzent, gilt im Bereich Nichtraucherschutz als Vorreiter und verbietet seit 2012 das Rauchen in den meisten öffentlichen sowie privaten Einrichtungen. Auch Bhutan und Mexiko untersagen das Rauchen gänzlich in der Öffentlichkeit.
Im europäischen Vergleich weist die Schweiz niedrigere Tabaksteuern, schwächere Passivrauchschutzbestimmungen und weniger strenge Werbeverbote auf. Laut einer internationalen Studie liegt dies am starken Einfluss der Tabakindustrie; im Tabak-Lobby-Index nimmt die Schweiz global den vorletzten Platz ein.
Ein ähnliches Verbot wie in Großbritannien wird von Politikern und Verbänden in der Schweiz als unrealistisch betrachtet. Wolfgang Kweitel von der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention betont, dass noch viele Schritte notwendig sind, um die Konsumzahlen bei Jugendlichen zu reduzieren.
Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung raucht nach wie vor regelmäßig. Bei den 18- bis 25-Jährigen gibt es keine signifikante Abnahme: jede fünfte Person in dieser Altersgruppe raucht mindestens einmal pro Monat, was einem Anteil von 30 Prozent entspricht. Im Vergleich dazu ist die Raucherquote bei britischen Jugendlichen zwischen 18 und 24 Jahren von 26 auf 8 Prozent gesunken.
Claudia Künzli von der Lungenliga Schweiz sieht in einer deutlichen Erhöhung der Tabaksteuern das wirksamste Mittel zur Prävention. Nationalrätin Corina Gredig (GLP) betont, dass die Schweiz erst die bewährten Maßnahmen konsequent anwenden sollte, bevor über Verbote gesprochen wird.
Im Parlament wäre ein Tabakverbot derzeit nicht durchsetzbar. SRF 4 News berichtet am 22.04.2026 um 9:05 Uhr.