Laut Magdalena Leitner fährt fast die Hälfte der Verkehrsteilnehmer ohne Erlaubnis durch die Luzerner Altstadt. Die Stadt plant mit einem Investitionsvolumen von 1,6 Millionen Franken den Einsatz von Senkpollern an strategischen Stellen, um dieses Problem zu adressieren.
Trotz klare Vorschriften, welche Fahrzeuge Zugang zur Altstadt haben, zeigen Kontrollen, dass etwa 40 Prozent der Autos ohne Berechtigung unterwegs sind. Um dies zu ändern, sollen an vier kritischen Zufahrtsstellen Senkpoller installiert werden: Mühlenplatz, Krongasse, Kapellplatz und Grendel. Die Standorte dieser Anlagen werden in Visualisierungen gezeigt.
Der Senkpoller am Mühlenplatz sichert die Einfahrt neben der Spreuerbrücke, während jener in der Krongasse den Verkehr zur Bahnhofstrasse steuert. Am Kapellplatz regelt er den Zugang bei der Seebrücke und beim Schwanenplatz die Zufahrt zur Grendelstrasse. Unter der Woche zwischen sechs und zehn Uhr ist die freie Fahrt für alle gewährt, während zu anderen Zeiten nur registrierte Fahrzeuge passieren dürfen – dazu gehören Einsatzkräfte, Müllabfuhr und Lieferverkehr. Bei Großveranstaltungen dienen die Poller zusätzlich als Barriere.
Fussgänger, Rollstuhlfahrerinnen, Velofahrer sowie Personen mit Kinderwagen haben zu jeder Zeit freien Zugang zur Altstadt. Die Stadt verfolgt das Ziel, die Flanierzonen sicherer und angenehmer zu gestalten, ohne sie komplett abzuriegeln. Fixe Poller ergänzen die Anlagen und schließen breite Zufahrten.
Die geplanten Senkpoller werden in das System “elektronische Ausnahmebewilligungen Strassenverkehr” integriert, welches von der Dienstabteilung Stadtraum und Veranstaltung betrieben wird. Seit Dezember 2025 können Zufahrtsbewilligungen online über Parkingpay beantragt werden. Die Anlagen erkennen automatisch die Kontrollschilder berechtigter Fahrzeuge.
Der Stadtrat hat beim Grossen Stadtrat einen Kredit von 1,6 Millionen Franken beantragt, dessen Beratung am 21. Mai 2026 stattfinden soll. Die Pläne liegen vom 29. April bis zum 18. Mai 2026 öffentlich auf – sowohl beim Tiefbauamt als auch online. Der Bau ist für den Winter 2026/2027 geplant.
Die Erfahrungen in Sursee zeigen, dass solche Anlagen technische und operative Herausforderungen mit sich bringen können. Dort führten versenkbare Poller zu wiederholten Problemen, darunter Beschädigungen von Fahrzeugen und eine intensive Diskussion über Technik, Signalisation und Abläufe.
Verwendete Quellen: Medienmitteilung der Stadt Luzern zu Senkpolleranlagen in der Altstadt