Mit dem Rücktritt von Tim Cook tritt John Ternus die Nachfolge als CEO von Apple an. Bekannt für seine Rolle in der Hardware-Entwicklung, folgt er auf zwei legendäre Tech-Ikonen. Während Steve Jobs mit bahnbrechenden Produkten das Konsumverhalten prägte und Tim Cook das globale Wachstum vorantrieb, steht Ternus nun im Rampenlicht.
Seine Karriere begann nach dem Maschinenbaustudium an der Universität Pennsylvania 2001 bei Apple. Dort arbeitete er zunächst an Monitoren für Mac-Computer und verbesserte später die Hardware von Geräten wie iPad, AirPods und iPhone. Als Vizepräsident der Sparte zeichnete sich Ternus durch seine Fähigkeit aus, technische Innovationen mit wirtschaftlicher Vernunft zu kombinieren.
Der 50-jährige Ternus übernimmt die Führung in einer kritischen Phase für Apple. Die Aktionäre erhoffen sich seit langem eine bedeutende Produktinnovation, doch politische Spannungen und Konkurrenz durch Tech-Riesen mit fortschrittlicher KI-Technologie stellen Herausforderungen dar.
Tim Cook ist überzeugt, dass Ternus die Fähigkeiten besitzt, Apple in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Sein Alter bietet ihm zudem genügend Zeit für langfristige strategische Planung.
Kollegen beschreiben Ternus als bescheiden und kollegial. Er bevorzugte es sogar, im Grossraumbüro zu bleiben, um nah am Team zu sein. Mit Rat an Studierende unterstreicht er die Bedeutung von Lernbereitschaft: “Geht immer davon aus, genauso klug zu sein wie alle anderen – aber glaubt niemals, genau so viel zu wissen wie sie.” Diese Einstellung spiegelt seine Praxis als Ingenieur wider.
Ein Beispiel für Ternus’ Fähigkeit, technisches Know-how in unternehmerischen Erfolg umzusetzen, war die Entscheidung von 2018. Er empfahl, fortschrittliche Kamera-Laser-Technik nur in den hochpreisigen Pro-iPhones zu integrieren, was zeigte, dass er Kosten und Nutzerbereitschaft sorgfältig abwägt.
Zudem war Ternus bei der Entwicklung von Apple-Chips beteiligt, die kostengünstiger sind als Intels Modelle. Das neue MacBook Neo mit einem Preis von 599 Dollar ist ein weiteres Beispiel für seine wirtschaftliche Herangehensweise an Produktentwicklung.
Dennoch hegen Kritiker Zweifel: Ternus werde sich nicht stark genug auf Zukunftsinvestitionen konzentrieren oder mutige Technologieakquisitionen tätigen. Cameron Rogers betonte, dass Apple dringend neue revolutionäre Produkte benötigt.
Ternus gilt als Freund der künstlichen Intelligenz und hat die Hardware-Entwicklungsabteilung neu strukturiert, um KI zur Produktverbesserung einzusetzen. In einem TV-Interview erklärte er, dass Apple-Kunden neue Funktionen nutzen werden, ohne sich dessen bewusst zu sein.
Obwohl seine bisherigen Errungenschaften auf inkrementelle Verbesserungen hindeuten, bleibt abzuwarten, ob Ternus die Innovationen schaffen wird, die Apple benötigt, um in der Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.