Über fünf Jahrzehnte war Vroni Keller eine prägende Figur im Schweizer Frauenhandball, von ihren Anfängen beim SV Fides bis hin zur Assistenztrainerin der Nationalmannschaft. Ihr Einfluss reicht von elf Meistertiteln als Spielerin bis zu sieben als Trainerin. Mit 474 Toren in über hundert Länderspielen hält Keller den Rekord für die meisten erzielten Treffer im Schweizer Team. Ihre Zeit als Assistenztrainerin, gekrönt durch die Qualifikation zur WM 2023 und EM 2024, zeigt ihre entscheidende Rolle in der Entwicklung des Handballs.
Keller hat bedeutende Veränderungen erlebt; von einer Zeit, in der Frauenhandball kaum Beachtung fand, hin zu einem Sport, der breite Anerkennung genießt. Ihre Arbeit mit internationalen Trainern trug zur Professionalisierung und zum Aufstieg des Schweizer Teams bei. Insbesondere die Gründung der Handball-Akademie in Cham 2020 markierte einen Wendepunkt für die Förderung junger Talente.
Keller erinnert sich an den Wandel im Frauenhandball, insbesondere beim LC Brühl, wo sie als Spielerin und Trainerin wirkte. Ihre langjährige Treue zum Klub förderte eine erfolgreiche Nachwuchsförderung, die dem Team zu drei aufeinanderfolgenden Meistertiteln verhalf.
Trotz der Vorzüge für junge Spielerinnen, früh ins Ausland zu wechseln und internationale Erfahrung zu sammeln, sieht Keller auch Herausforderungen. Der Verlust von Schlüsselspielerinnen in der nationalen Liga ist ein Problem. Dennoch bleibt ihre Philosophie konstant: Jede Spielerin individuell fördern.
Ein Höhepunkt ihrer Karriere war der Sieg gegen St. Otmar im Jahr 1995, nachdem eine interne Auseinandersetzung zu bedeutenden Wechseln führte. Die damalige Medienaufmerksamkeit auf ihre Partnerschaft mit Christa Zingg zeigte die gesellschaftliche Wahrnehmung jener Zeit.
Heute kann Keller diese Erfahrungen mit Humor betrachten und sieht sich als Vorbild für zukünftige Generationen. Ihr Vermächtnis im Frauenhandball ist unbestritten, sowohl in sportlicher Hinsicht als auch im Kampf gegen vorgefasste Rollenbilder.