Reisen mit dem Flugzeug wird teurer und unsicherer, vor allem durch steigende Kerosinpreise und politische Konflikte. Anfang März sorgten iranische Luftangriffe auf US-Militärbasen in der Golfregion dafür, dass Tausende Reisende gestrandet waren. Obwohl sich die Situation etwas entspannt hat, sind Flüge nach Asien komplizierter geworden.
Trotz dieser Herausforderungen planen Schweizerinnen und Schweizer ihre Sommerferien weiterhin, wie Andrea Beffa vom Schweizer Reise-Verband berichtet. Ein Anstieg der Nachfrage wird für das westliche Mittelmeer sowie für die Kanaren und die Dominikanische Republik verzeichnet.
Aktuell meiden viele Fluggesellschaften den Luftraum über Russland und Ukraine seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs. Mit Beginn des Iran-Konflikts wurden die Routen nach Asien nochmals eingeschränkt. Die verbleibenden Korridore führen entweder nördlich oder südlich der Konfliktgebiete, was längere Flugzeiten und mehr Kerosinverbrauch zur Folge hat.
Die Meerenge von Hormuz ist für Schiffe weitgehend unpassierbar geworden. Sowohl die USA als auch Iran haben mehrmals mit Blockaden gedroht. Dies führt zu einem Rückgang im Frachtverkehr durch diese wichtige Wasserstraße, was den weltweiten Rohöltransport beeinträchtigt.
Die Kerosinknappheit und steigende Preise stellen eine Herausforderung für Fluggesellschaften dar. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt vor einem bevorstehenden Mangel, während die EU-Kommission kürzlich eine neue Energiestrategie ankündigte, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Die Schweiz gibt an, über genügend Kerosinvorräte zu verfügen. Fluggesellschaften, darunter die Lufthansa, passen ihre Flugpläne an und fliegen weniger Ziele oder in geringerer Frequenz. Die Lufthansa plant den Abbau von 20 000 Kurzstreckenflügen bis Oktober.
Andrea Beffa empfiehlt Reisenden, ihre Versicherungen auf Kriegsausschlüsse zu prüfen und bei Pauschalreisen Vorteile durch das Schweizer Gesetz zu nutzen. Bei einzeln gebuchten Flügen gilt in der EU das europäische Fluggastrecht mit Entschädigungsansprüchen.