Freiwillige Helferinnen und Helfer setzen ihre Hoffnungen auf den Dienstag, um eine entscheidende Rettungsaktion durchzuführen. Das zwölf Tonnen schwere Tier soll mithilfe eines Gurtes in ein Schiff namens Barge geleitet werden. Diese Aktion wird als kompliziert angesehen. Tierärztin Kirsten Tönnies betonte, dass der Eingriff so schonend wie möglich gestaltet und lediglich unterstützend sei: Der Wal werde dabei nicht überanstrengt. Oliver Bartelt von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) erklärte, dass sich der Wal schwimmend fortbewegen wird und nicht auf dem Boden liegenbleiben muss. Er werde auch nicht über Sand gezogen. Dennoch war es bis kurz vor dem Versuch unklar, ob dieser tatsächlich stattfinden würde. Laut Informationen des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern wurden bis zum späten Nachmittag des Vortags keine erforderlichen Unterlagen für die Gurteinbindung eingereicht, trotz mehrfacher Anfragen. Das Ministerium hatte in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass es bei solchen Maßnahmen nicht um formelle Genehmigungen, sondern um eine Duldung gehe. Das Deutsche Meeresmuseum appellierte am Montag erneut daran, dem Wal Ruhe zu gewähren. Die wiederholten Strandungen deuten auf ein schwerwiegendes Gesundheitsproblem hin. Nach Angaben der Wal- und Delfin-Schutzorganisation WDC sei ungewiss, wie sich der Wal verhalten wird, da Daten darauf hindeuten, dass Interaktionen mit Menschen Stress bei wildlebenden Großwalen auslösen können. In freier Natur sind Wale nicht an Situationen gewöhnt, in denen sie eingeschlossen sind. In solchen ungewohnten Umständen könne ein Wal in Stress, Angst und Panik geraten, besonders wenn er seinem Fluchtinstinkt nicht folgen kann, so die Organisation weiter. Bei ausreichender Energie könne der Wal heftige Flossenschläge zeigen, was Risiken für sich selbst und Einsatzkräfte birgt. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass der Wal in eine Fangmyopathie verfällt – ein Zustand, bei dem sich die Muskeln krampfen – oder bereits zu geschwächt ist, um starke Reaktionen zu zeigen. Sollte die schwierige Aktion dennoch beginnen, sind nach meteorologischen Vorhersagen günstige Wetterbedingungen mit schwachem Wind auf See und keinen ungewöhnlichen Wasserpegelschwankungen gegeben. SRF 4 News berichtet am 20. April 2026 um 09:00 Uhr; Quelle: dpa/sda/zero; spic.