Genau drei Wochen sind vergangen seit Donald Trumps Kriegserklärung über sein Sozialmedium «Truth Social» an den Iran, in der er dem iranischen Volk eine bevorstehende Freiheit versprach und sie aufforderte, nach Abschluss des Konflikts die Regierung zu übernehmen. Diese maximalistische Forderung hat Trump jedoch in ein Dilemma geführt: Ein Krieg mit einer solchen Maximalforderung endet erst, wenn diese erfüllt ist – eine Entscheidungshoheit, die der Gegner besitzt.
Am Freitagabend nach Washingtoner Zeit verkündete Trump, man stehe kurz davor, die Ziele zu erreichen. Im Fokus stehen nun andere Aspekte wie die Offenhaltung der Strasse von Hormus durch Dritte – ein Unterfangen, das die USA gemäß Trump unterstützen könnten, aber nicht aktiv übernehmen würden. Dieser Ansatz entspricht jedoch weder der Realität noch dem Pentagon-Plan: Zwei US-Marineverbände sind angeblich unterwegs in den Persischen Golf, doch ihre genaue Mission bleibt unklar.
Trump sprach zudem von möglichen Reduzierungen der militärischen Bemühungen im Nahen Osten – eine Aussage, die Brian Katulis vom Washingtoner Nahostinstitut als Suche nach einem realistischen Ausweg deutet. Trump befindet sich in einer Eskalationsfalle, wie sie der Politologe Robert Pape beschreibt: Anfangs mit begrenzten Luftschlägen erwartet, eskaliert die Situation, wenn der Gegner nicht einlenkt.
Der Konflikt hat nun eine Phase erreicht, in der jede Seite zu härteren Maßnahmen greift. Die iranische Regierung reagiert mit Angriffen auf zivile Flughäfen und kritische Infrastruktur sowie durch die Bedrohung der Strasse von Hormus, einem wirtschaftlich wichtigen Punkt.
Trump steht vor zwei unattraktiven Optionen: Entweder er eskaliert den Konflikt weiter, möglicherweise mit Bodeneinsätzen, oder er akzeptiert ein Ergebnis, das seine ursprünglichen Ziele weit verfehlt und zu einer noch radikaleren iranischen Führung führen könnte. Pascal Weber von SRF kommentiert die Lage aus seiner umfangreichen Erfahrung als Nahostkorrespondent.