Der US-Präsident Donald Trump hat das Ziel, die Kontrolle über die Strasse von Hormuz zurückzugewinnen und Teheran dazu zu zwingen, nachzugeben. Seit Montag leiten amerikanische Streitkräfte versuchsweise zivile Schiffe durch diese strategisch wichtige Meerenge unter dem Einsatznamen «Projekt Freiheit». Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte in Washington, dass die Operation rein defensiv sei und sich strikt von den Luftangriffen der Operation «Epic Fury» abgrenze. Das Ziel: Schutz der kommerziellen Schifffahrt vor iranischer Aggression ohne Einmarsch in iranische Hoheitsgewässer oder Luftraum.
General Dan Caine betonte, dass über hundert Flugzeuge rund um die Uhr ein erhöhtes Sicherheitsgebiet auf der Südseite der Strasse von Hormuz abdecken. Insgesamt sind 15 000 Soldaten im Einsatz, um iranische Schnellboote und Drohnen zu neutralisieren. Trotz einer Blockade durch die USA gelang es am Montag zwei amerikanischen Zerstörern sowie Frachtschiffen, die Meerenge zu passieren.
Die US-Regierung beharrt auf ihrer Seeblockade gegen Iran, um Druck auszuüben und die Versorgung der Welt mit Energieträgern sicherzustellen. Allerdings ist es bisher nur gelungen, vereinzelt Schiffe durch den Kanal zu leiten, während vor dem israelisch-amerikanischen Krieg dort täglich über hundert Schiffe passierten.
Am Montag griffen iranische Schnellboote und Drohnen amerikanische Kriegsschiffe an. Obwohl es zu einem Brand in einer Erdölraffinerie der Vereinigten Arabischen Emirate kam, spielte das US-Militär die Angriffe herunter. Caine erklärte, dass alle Attacken erfolgreich abgewehrt wurden und die iranische Kommandostruktur zersplittert sei.
Hegseth betonte, dass «Projekt Freiheit» dazu beitragen soll, ein Abkommen mit Iran zu erreichen, obwohl Teheran die Forderungen bisher ablehnt. Um den Druck auf das Regime zu erhöhen, müsste die Zahl der durchgeleiteten Schiffe steigen – momentan sind rund 22 000 Seeleute in über 1500 Frachtschiffen im Persischen Golf eingeschlossen.
Die amerikanische Seeblockade dauert nun schon über drei Wochen an. Trump hatte gehofft, dass Iran nach dreizehn Tagen unter Druck geraten würde, doch bisher ist keine Kapitulation erkennbar. Die Benzinpreise in den USA steigen weiter; derzeit zahlen Amerikaner etwa 4 Dollar und 50 pro Gallone.
Trump hat mit Zustimmungswerten unter 40 Prozent zu kämpfen, wie eine Umfrage von Yougov zeigt. Dennoch scheint er fokussiert auf sein Vermächtnis, ähnlich historischer Figuren wie Julius Cäsar oder Napoleon. Er möchte als der Präsident in die Geschichte eingehen, der den Nahen Osten neu ordnete und das iranische Regime unter Kontrolle brachte.
Trumps Wunsch nach einem Sieg wurde erneut bekräftigt: «Ich will gewinnen», sagte er. Gleichzeitig warnt der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz vor weiteren Eskalationen, die den Konflikt verschärfen könnten. Der iranische Aussenminister Abbas Araghchi bezeichnete das «Projekt Freiheit» als Sackgasse.