Die Tochtergesellschaft von Swisscom, Fastweb + Vodafone, hat den Dienstleistungsvertrag mit dem italienischen Infrastrukturunternehmen INWIT beendet. Der Vertrag soll nun wie geplant Ende März 2028 auslaufen, teilte Swisscom am Mittwoch bekannt.
Swisscom begründet die Kündigung mit den überdurchschnittlichen Kosten, die “über dem Marktniveau” liegen würden. INWIT habe sich zudem geweigert, “formelle Verhandlungen aufzunehmen, um marktübliche Bedingungen zu akzeptieren”, so das Unternehmen weiter. Diese hohen Kosten beschränkten die Investitionsmöglichkeiten von Fastweb + Vodafone in die Zukunft.
Durch die Kündigung sollen Ressourcen freigesetzt werden, die für den Ausbau der Telekom-Infrastruktur genutzt werden sollen. Dies umfasst die Verbesserung der Netzqualität und -abdeckung sowie die Beschleunigung des 5G-Ausbaus.
Die Vertragskündigung war zu erwarten. Vor einer Woche hatte Swisscom bereits eine Kooperation mit dem Konkurrenten Telecom Italia angekündigt, um bis zu 6000 Mobilfunkmasten in einem Joint Venture zu errichten und zu betreiben. Ein Swisscom-Sprecher hatte damals die Vertragsauflösung als “mögliches Szenario” erwähnt.
Nach Angaben von Fastweb + Vodafone sei die Kündigung im Einklang mit dem bestehenden Rahmenvertrag, der eine Beendigung innerhalb einer Frist von zwei Jahren erlaube. Gegen INWITs Behauptung, dass der Vertrag noch bis 2038 laufe, habe Fastweb + Vodafone rechtliche Schritte eingeleitet.
Fastweb + Vodafone plant Gespräche mit INWIT, um einen mehrjährigen Migrationsplan zu vereinbaren. Dieser soll die betriebliche Kontinuität bis März 2028 und darüber hinaus sicherstellen.
Vor sechs Jahren hatte Vodafone Italia 20’000 der insgesamt 25’000 Mobilfunkmasten in Italien an INWIT verkauft, diese aber weiterhin zurückgemietet. Für das Leasing werden jährlich etwa 400 Millionen Euro fällig.