Nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse wird intensiv darüber diskutiert, wie die nun einzige systemrelevante Schweizer Bank, die UBS, reguliert werden soll. Der Bundesrat hat seine Botschaft verabschiedet und dabei auch die heftig debattierten Eigenkapitalvorschriften behandelt. Aymo Brunetti, Wirtschaftsprofessor an der Universität Bern und früherer Leiter der Wirtschaftspolitik beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), lobte das Massnahmenpaket als angemessen.
In einem Interview mit SRF News äußerte sich Brunetti positiv über die neue Bankenregulierung des Bundesrats. Er betonte, dass die Reform vor allem durch die vollständige Eigenkapitalunterlegung der ausländischen Tochtergesellschaften richtig ansetze. Obwohl bei der Finanzstabilität mehr möglich wäre – beispielsweise eine Anhebung auf 15 oder 20 Prozent Eigenkapitalquote, wie unmittelbar nach der Krise diskutiert wurde – sei die Reform mit einer Quote von 6,5 Prozent moderat.
Es wurde in der Finanzbranche befürchtet, dass diese Regulierung die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Banken schwächen könnte. Brunetti hält jedoch aufgrund des überschaubaren Umfangs und einer langen Übergangsphase eine solche Verschlechterung für unwahrscheinlich.
Speziell bezüglich der UBS sagte er, die lange Übergangsfrist werde es ihr ermöglichen, die neuen Anforderungen ohne größere Probleme zu bewältigen. Der Vorschlag des Bundesrats muss noch vom Parlament behandelt werden. Brunetti prognostiziert eine intensive Debatte und betont die Wichtigkeit der integralen Massnahme, um in zukünftigen Krisen nicht erneut Handlungsfähigkeiten einzuschränken.
Das Gespräch führte Matthias Pfander.
10 vor 10, 22.4.2026, 21:50 Uhr; srf/schm;zero