Die Sicherheit von Tätowierfarben wird durch europäische Standards gewährleistet, welche verhindern sollen, dass gesundheitsgefährdende Substanzen wie Quecksilber enthalten sind. Verantwortlich für die Einhaltung dieser Standards sind die Hersteller selbst. In der Schweiz werden etwa 1000 Tattoo-Studios alle vier Jahre von den Kantonschemikern auf Farbpigmente überprüft, die auch in der Kunststoffindustrie genutzt werden. Diese Pigmente können jedoch Verunreinigungen enthalten, was potenziell zu Problemen führt, wie Yves Parrat vom Basler Amt erklärt.
Eine neue Studie aus dem biomedizinischen Institut Bellinzona zeigt auf, dass Tattoo-Tinten nicht nur in der Haut verbleiben, sondern sich im Körper bewegen und das Immunsystem beeinflussen können. Die Forschung an tätowierten Mäusen offenbart, dass die Tinte zu den Lymphknoten wandert, was negative gesundheitliche Folgen haben könnte. Santiago Gonzalez, der Leiter dieser Studie, betont, dass sich die Farbpigmente in den Lymphknoten ansammeln und das Immunsystem schwächen können.
Seit 2025 unterliegen Tätowierfarben in der Schweiz den EU-REACH-Vorschriften, die den Umgang mit chemischen Stoffen regeln. Dennoch könnten selbst konforme Farben Risiken bergen, da sie sich im Körper verteilen und potenziell schädliche Auswirkungen haben. Die Studie legt nahe, dass Makrophagen – spezialisierte Abwehrzellen des Immunsystems – gegen die Tinten kämpfen und dabei absterben könnten, was zu Entzündungen führt.
Professor Marc Righini vom Genfer Universitätsspital hebt hervor, dass eine chronische Entzündung in den Lymphknoten das Immunsystem schwächen könnte, was ein höheres Risiko für Infektionen und Krebserkrankungen mit sich bringen kann. Andreas Gally von der Tattoo-Verband VST äußert Skepsis gegenüber der Studie und verweist auf andere Forschungsergebnisse, die keine gesundheitlichen Nachteile durch Tätowierungen nachweisen konnten.
Obwohl Tattoos mit Lasern entfernt werden können, bleibt die Farbe in den Lymphknoten bestehen, wie Professor Gonzalez betont. Dies unterstreicht die Bedeutung der Berücksichtigung von möglichen Immunreaktionen bei der Entscheidung für ein Tattoo.