Crans-Montana, 26.03.2026 – 21:48
Die Kooperation zwischen italienischen und schweizerischen Justizbehörden im Rahmen des Brandgeschehens von Crans-Montana nimmt an Fahrt auf. Während eines zwei Tage dauernden Besuchs in Wallis konnten die italienischen Ermittler rund tausend Dokumente aus einem Gesamtdossier von 3500 Seiten einsehen, wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtet. Die Staatsanwaltschaft Sitten hat unter Nutzung des Bundesamts für Justiz versprochen, das komplizierte Prüf- und Übermittlungsverfahren zu beschleunigen.
Stefano Opilio, ein Staatsanwalt aus Rom, hatte Zugang zum gesamten Dossier. Eine direkte Kopie der Akten ist jedoch rechtlich nicht gestattet, wie Beatrice Pilloud, die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, am Mittwoch gegenüber Keystone-SDA erklärte. Für Dokumente ohne Namensnennungen wird eine Zwischenverfügung durch die Walliser Staatsanwaltschaft benötigt. Bei personenbezogenen Daten ist zudem die Zustimmung der Betroffenen erforderlich, bevor entschieden werden kann, welche Unterlagen nach Italien geschickt werden.
Das Ziel besteht darin, das italienische Verfahren zu beschleunigen, wobei die Dokumente erst nach Abschluss des internationalen Rechtshilfeverfahrens verwendet werden dürfen. Während ihres Aufenthalts besichtigte die italienische Delegation den Unglücksort in Crans-Montana und die Außenbereiche der Bar, wo das Feuer im Silvesterabend 41 jungen Menschen das Leben kostete und weitere 115 verletzte.
Die Walliser Staatsanwaltschaft plant ebenfalls ein Rechtshilfeersuchen an Italien zu richten. Dabei werden sie unter anderem Zugang zu Autopsieberichten der italienischen Opfer, medizinisch-forensischen Gutachten und Auswertungen von Mobiltelefonen sowie Zeugenaussagen erbeten, die von italienischen Ermittlern aufgenommen wurden.
Ein Treffen zwischen Delegationen beider Länder fand bereits am 19. Februar in Bern statt, angeführt von Pilloud und Francesco Lo Voi. Dabei bestätigte die Walliser Staatsanwaltschaft ihre Unterstützung für ein Rechtshilfeersuchen aus Rom.
Der Besuch der italienischen Ermittler in Sitten verdeutlicht den Willen beider Länder, die Zusammenarbeit zu verstärken. Zu den 41 Todesopfern des Unglücks in der Bar «Le Constellation» zählen sechs Italiener, und etwa zehn weitere Personen wurden verletzt.