Die Berner Kantonsregierung wird weiterhin von SVP, FDP und der Mitte bestimmt. Astrid Bärtschi (Mitte/bisher) errang mit 138’672 Stimmen den ersten Platz als Bestgewählte und äußerte sich erleichtert über ihre Wiederwahl: «Das Wesentliche ist, dass ich wiedergewählt wurde.» Auch Philippe Müller (FDP), Pierre-Alain Schnegg (SVP) und Evi Allemann (SP) wurden problemlos wiedergewählt. Neu hinzugekommen sind Raphael Lanz (SVP), Reto Müller (SP) und Aline Trede (Grüne). Aline Trede betonte bei ihrer Wahl: «Ich bin ich, die Menschen wussten, was sie von mir erwarten können und haben mich deshalb gewählt.» Das Rennen um den siebten Sitz war extrem eng zwischen Daniel Bichsel (SVP) und Reto Müller (SP). Nachdem kurzzeitig Bichsel geführt hatte, gewann Reto Müller mit einem Vorsprung von 6900 Stimmen. Er sagte: «Ich bin erleichtert, insbesondere, dass es nicht so knapp ausgefallen ist, wie die Hochrechnungen vorausgesagt haben.» Die bürgerlichen Parteien konnten ihre Mehrheit in der Regierung trotz eines Ziels von fünf Sitzen im siebenköpfigen Gremium nicht ausbauen. Daniel Bichsel analysierte: «Die Stimmbevölkerung will eine bürgerliche Mehrheit aber nicht eine allzu bürgerliche Mehrheit.» Rot-Grün verfehlte das Ziel, ihren Anteil zu erhöhen; Hervé Gullotti fehlten fast 12’000 Stimmen auf den Siebtplatzierten Reto Müller (SP). SRF-Korrespondent Thomas Pressmann fasste zusammen: «Bisherige Regierungsräte wurden nicht abgewählt, was an der Abwesenheit großer Skandale und einem sachlichen Wahlkampf liegt. Dennoch war die Spannung groß, da drei Sitze neu vergeben wurden.» Die SVP behielt ihren Sitz mit Raphael Lanz; Aline Trede trat die Nachfolge von Christine Häsler an, während Reto Müller den SP-Sitz sicherte. Trotz der neuen Gesichter bleibt die parteipolitische Zusammensetzung gleich: vier Sitze für Bürgerliche und drei für Rot-Grün. Dies spiegelt laut Experten den politischen Willen des bernischen Volkes wider, das traditionell bürgerlich geprägt ist, jedoch auch progressive Kräfte aufweist. Ein Überraschungsergebnis war Raphael Lanz‘ Erfolg bei der SVP: «Es ist überwältigend», sagte er nach seinem Sieg mit fast 17’000 Stimmen Vorsprung gegenüber Daniel Bichsel und sogar mehr als beim amtierenden SVP-Regierungsrat Pierre Alain Schnegg. Am 29. März 2026 werden die Berner ihre Regierung und das Parlament neu wählen. Dabei werden sieben Mitglieder des Regierungsrates und 160 Grossratsmitglieder bestimmt.