Autorin: Isabelle Dahinden
Die Rolle der Lehrerinnen an Luzerner Schulen geht über den Unterricht hinaus. Ein Vorstoss im Grossen Stadtrat fordert, Gesundheitsfragen durch spezialisiertes Personal zu adressieren.
Grossstadträtinnen Marta Lehmann und Zoé Stehlin von der SP/JUSO haben ein Postulat eingereicht, das den Stadtrat auffordert, die Einführung eines Schulgesundheitsdienstes durch Pflegefachkräfte zu prüfen. Dieser Antrag stützt sich auf eine Studie der Berner Fachhochschule sowie erfolgreiche Beispiele aus anderen Kantonen und Städten.
Die Politikerinnen argumentieren, dass die gesundheitlichen Herausforderungen in Schulen zugenommen haben, was Lehrkräfte dazu veranlasst, Aufgaben zu übernehmen, die eigentlich Gesundheitsfachpersonen erfordern. Dies betrifft insbesondere Kinder mit besonderen Bedürfnissen.
Das Konzept der ‘School Nurse’
Im Zentrum des Vorstoßes steht das Modell einer sogenannten School Nurse – eine Pflegefachkraft, die in Schulen tätig ist und Schüler berät, Lehrkräfte bei Gesundheitsfragen unterstützt sowie die Koordination zwischen Schule, Elternhaus und medizinischen Fachstellen übernimmt. Die vorgeschlagene Person könnte mobil arbeiten und je nach Bedarf an verschiedenen Schulstandorten eingesetzt werden.
Der Stadtrat soll nun darlegen, wie ein solcher Dienst in Luzern aufgebaut und organisiert werden könnte. Nach Auffassung von SP/Juso könnte dies die Schulen erheblich entlasten und sicherstellen, dass alle Kinder fachgerecht betreut werden, unabhängig vom vorhandenen Gesundheitswissen der Lehrteams.
Erhöhte Anforderungen an Schulen
Beispiele aus Winterthur, Freiburg sowie den Kantonen Genf, Waadt und Jura zeigen ähnliche Ansätze. Auch in deutschsprachigen Regionen, wie dem Kanton Obwalden, gibt es erste Erfahrungen.
Eine Machbarkeitsstudie der Berner Fachhochschule kommt zu dem Schluss, dass Schulen zunehmend an ihre Grenzen stoßen und eine mobile School Nurse Lehrpersonal sowie Eltern entlasten könnte. Besonders in ländlichen Regionen und Agglomerationen könnten durch solche Modelle Versorgungslücken geschlossen werden.
Ob ein derartiges Modell für Luzern geeignet ist, bleibt noch zu prüfen. Das Postulat fordert keine sofortige Umsetzung, sondern zunächst eine Untersuchung möglicher Ansätze und Kooperationen. Der Stadtrat soll zudem den konkreten Nutzen einer solchen Struktur für Schulen und die gesundheitliche Unterstützung der Kinder erläutern.
Verwendete Quellen
Postulat von Marta Lehmann und Zoé Stehlin namens SP/Juso
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