Die Zukunft der Sikahirsche am Zugersee scheint gesichert. Das Amt für Wald und Wild plant, sie in ein natürlicheres Umfeld umzusiedeln. Der Wolf könnte dabei allerdings zur Beute werden.
Seit Januar existiert in Oberägeri ein strenges Hunderegime, das den Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen einschränkt (zentralplus berichtete). Dies stellt zwar für lokale Hundebesitzer eine Herausforderung dar, könnte aber den Sikahirschen zugutekommen.
Beda Schlumpf, der kantonale Abteilungsleiter für Jagd und Fischerei, erklärte gegenüber zentralplus: «Die Situation am Zugersee ist bekannt. Die Sikahirsche im Gehege vermehren sich rasant, und bald wird der Platz knapp sein.» Als Lösung schlägt das Amt vor, die Hirsche nach Salen umzusiedeln. Dort gilt zwar ein Betretungsverbot für Hunde, nicht jedoch für Hirsche. Die Gespräche mit der Korporation Oberägeri sollen in den nächsten Wochen beginnen.
Schlumpf ist optimistisch bezüglich des Interesses der Korporation: «Die Gemeinde könnte durch die Sikahirsche einen neuen Anziehungspunkt für Touristen erhalten.» Die Hirsche, die alle im Gehege geboren wurden und keinen Fluchtinstinkt haben, seien vor den strengen Hunderegeln sicher. Dies könne auch dazu beitragen, dass auf polizeiliche Kontrollen verzichtet werden könnte.
Die Sikahirsche müssen nicht eingezäunt werden, da sie an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt sind, was ein unvergleichliches Naturerlebnis bieten wird. Schlumpf betonte: «Es ist der richtige Zeitpunkt, den Wolf zu entfernen.»
Trotz fehlender Gefahr für die Hirsche streift der Wolf regelmäßig durch das Gebiet Gottschalkenberg. Die Absicht besteht darin, eine Entnahmebewilligung zu erwirken. Das Amt plant, Kameras vom Bahnhof Zug bis zur OYM-Halle auf dem Raten zu installieren, um den Wolf zu lokalisieren.
Die Operation Isegrim wird die Wildhüter vor Herausforderungen stellen. Sie werden in einer Bunkeranlage mit Überwachungstechnik und Ausrüstung stationiert sein. Die Sikahirsche sollen durch fettreiche Fütterung, einschließlich Speckschwarte, als Lockvögel dienen. Das Restaurant Raten wird die Hirsche versorgen und dafür Boden erhalten.
Verwendete Quellen:
Telefonischer Austausch mit Beda Schlumpf, Abteilungsleiter für Jagd und Fischerei.