Der Bund plant, die Museumsbeiträge zu kürzen und setzt damit ein bekanntes Schweizer Museum unter Druck. Andrea Gmür, Mitte-Ständerätin aus Luzern und Präsidentin der Stiftung Verkehrshaus der Schweiz, fordert eine Überarbeitung dieser Entscheidung.
Im nächsten Jahr soll das Verkehrshaus in Luzern 300’000 Franken weniger vom Bund erhalten als im laufenden Jahr – von 1,5 Millionen auf 1,2 Millionen Franken jährlich. Für die Förderperiode 2027 bis 2030 bedeutet dies eine Reduktion der Bundesmittel um weitere eine Million Franken. In einer Interpellation hat Gmür nachgefragt und vom Bundesrat eine Antwort erhalten.
In ihrer Reaktion betonte der Bundesrat, dass die Museumsförderung vorrangig Aufgabe der Kantone und Gemeinden sei und der Bund nur jene Institutionen ergänzt, denen auch die Kantone oder Gemeinden Beiträge leisten. Die Zahl der vom Bund unterstützten Museen steigt von 16 auf voraussichtlich 20 ab nächstem Jahr.
Gmür argumentiert, dass das Verkehrshaus, als eines der größten Schweizer Museen, mehr Unterstützung verdient. Sie vergleicht die Bundesmittel mit einem wachsenden Kuchen: Wenn immer mehr Museen finanzielle Hilfe erhalten, sollte auch der Fördertopf entsprechend vergrößert werden. Die Bundesmittel stiegen von 10,7 Millionen Franken vor neun Jahren auf fast 14 Millionen Franken im letzten Jahr. Trotzdem sank die Unterstützung für das Verkehrshaus von 1,6 Millionen auf 1,52 Millionen und wird nächstes Jahr auf 1,2 Millionen reduziert.
Gmür hofft, dass sich der Bundesbeitrag mit der Entwicklung der Museumslandschaft entwickelt – also wächst. Sie ist skeptisch bezüglich einer solchen Anpassung, da der Bund ein großes Sparpaket plant. Die Kürzungen könnten den Erhalt und die Pflege der Mobilitäts-Sammlung erheblich beeinträchtigen und auch die rund 220 Angestellten des Verkehrhauses betreffen.
Martin Ettlinger, neuer Leiter des Verkehrshauses, bestätigte, dass Einsparungen hauptsächlich im Sammlungsunterhalt notwendig werden. Er sieht ebenfalls Probleme bei der begrenzten Größe der Fördermittel, die nicht mit der steigenden Anzahl unterstützter Museen Schritt halten.
Andrea Gmür betont auch die Wichtigkeit einer stärkeren Unterstützung durch den Zweckverband „Grosse Kulturbetriebe“, welcher von Stadt und Kanton Luzern getragen wird. Sie argumentiert, dass das Verkehrshaus einen erheblichen wirtschaftlichen Nutzen für die Region bringt, sei es in Tourismus oder Bildung.
Der Bund plant, ab 2027 bis 2030 insgesamt 20 Museen zu unterstützen. Die Auswahl erfolgt durch eine formelle Prüfung der Gesuche und Bewertungen von Expertinnen und Experten. Dies zeigt die Dynamik in der Zusammensetzung der geförderten Institutionen zwischen den Förderperioden.