Inmitten des zerstörten Stadtbildes von Tyros, wo früher die Kasmieh-Autobahnbrücke stand, wehen nun Hizbullah-Flaggen im Wind. Seitdem der Konflikt am 2. März begann und Hizbullah sich an Irans Seite gegen Israel stellt, haben israelische Luftangriffe bereits sieben Brücken über den Fluss Litani zerstört. Laut dem Bürgermeister bleiben rund 30.000 Menschen in der südlibanesischen Stadt Tyros, obwohl sie aufgefordert wurden, zu evakuieren. Täglich erleben die Bewohner Bombardierungen nahe ihrer Dörfer und der überwiegend schiitischen Stadt, mit der Zürich seit 2017 eine Partnerschaft unterhält. Israels Armee rückt vor und hat angekündigt, ihre ‘Pufferzone’ auszuweiten. Adel Judee, ein 67-jähriger Busunternehmer, blieb trotz Warnungen zu Hause, wo erst kürzlich ein Nachbarhaus durch einen Luftangriff zerstört wurde. Die genaue Zielsetzung des Angriffs bleibt unklar. Tyros ist stark unter Kontrolle der Hizbullah; die letzte Straße in die Stadt weist deren Flaggen auf und Plakate für den neuen iranischen Revolutionsführer Mojtaba Khamenei sind sichtbar. Die Bewohner gehen weiter ihrem Alltag nach – trotz des Lärms der Kampfjets und der sichtbaren Trümmer. Doch die Zerstörung der Hauptbrücke erschwert die Versorgung: