In einem Labor in Zug entwickelt Siemens innovative Rauchmelder, die Brände schneller erkennen und gleichzeitig Fehlalarme reduzieren sollen. Fabrizio Pedrun, Leiter des Brandlabors von Siemens, präsentiert die neueste Generation dieser Geräte, die unter realen Bedingungen bis hin zum Abbrennen eines Hamburgers getestet werden. Nach nur 26 Sekunden schlägt der erste Melder Alarm; zwei Sekunden später folgen drei weitere Detektoren. Pedrun ist zufrieden mit den Ergebnissen: “Unser Rauchmelder kann einen Brand schneller feststellen und dank mehrerer Sensoren den entstandenen Rauch besser analysieren, wodurch Fehlalarme vermieden werden können.” Das 300 Kubikmeter große Labor dient dazu, die Detektoren auf internationale Normen zu testen. Die Nachfrage nach solchen Meldern hat seit der Brandkatastrophe von Crans-Montana zugenommen, obwohl sie dort das Unglück mit 41 Toten nicht hätten verhindern können.
In Deutschland bewahren Rauchmelder laut einer Auswertung von Medienberichten im Jahr 2020 durchschnittlich 4,1 Menschen pro Tag vor gesundheitlichen Schäden oder dem Tod. Während die Installation in der Schweiz freiwillig ist, spielt das Land eine zentrale Rolle in der Entwicklung dieser Technologie. Historisch gesehen wurde die Firma Cerberus GmbH von den beiden Schweizer ETH-Physikern Walter Jäger und Ernst Meili 1941 gegründet und brachte bereits 1946 die erste Generation von Rauchmeldern heraus.
Siemens, der heutige Eigentümer von Cerberus seit 1998, hat in Zug eine neue Fertigungsanlage errichtet. Aufgrund hoher Lohn- und Grundstückskosten setzt das Unternehmen auf Automatisierung. Eine Person soll zukünftig den gesamten Betrieb überwachen können. Der 11.500 Quadratmeter große Fertigungsraum ist voll automatisiert; alle fünf Sekunden verlässt ein fertiger Brandmelder die Anlage.
Die neueste Meldergeneration soll Brände noch früher erkennen und in kritischen Umgebungen wie Krankenhäusern zuverlässiger funktionieren. Sie überprüfen selbstständig ihre Funktionsfähigkeit, um Ausfälle zu minimieren. Peter Nebiker von Siemens betont die Wichtigkeit echter Erkennung ohne Fehlalarme und hält fest: “Es geht darum, Menschen rechtzeitig zu warnen.” Die vernetzten Melder übermitteln Daten in Echtzeit, sodass Alarmorte schnell identifiziert werden können.