Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran stellt die Türkei vor ein komplexes strategisches Problem. Präsident Erdogan bemüht sich intensiv darum, sein Land aus diesem Spannungsfeld herauszuhalten und eine außenpolitische Linie zu wahren, die zwischen verschiedenen Machtzentren balanciert. Die Gefahr besteht jedoch, dass das Land zunehmend als ungewollte Pufferzone dazwischen gefangen ist.
Der Podcast «NZZ Geopolitik» bietet vertiefende Einblicke in diese Thematik und ist auf Plattformen wie Spotify, Apple Podcasts oder Castbox abrufbar. Feedback zum Podcast sind immer willkommen.
Mit den Angriffen der USA und Israels auf iranische Ziele und Teherans Vergeltung durch Raketenbeschuss westlicher Basen in der Region gerät die Türkei ungewollt in das Konfliktgeschehen. Aret Demirci, ein Politikwissenschaftler und Leiter des Istanbuler Büros der Friedrich-Naumann-Stiftung, erläutert im «NZZ Geopolitik»-Podcast: “Die Türkei wird faktisch zu einem Transit- und Abfangraum für den Konflikt.” Zusätzlich verschärfen herabfallende Raketenfragmente, gestiegene Verteidigungsausgaben sowie neue sicherheitspolitische Abhängigkeiten den Druck auf Erdogan.
Die Diskussion dreht sich um das strategische Dilemma Ankaras: Als NATO-Mitglied unterhält die Türkei enge Beziehungen sowohl zu Russland als auch zum Iran. Innenpolitisch muss sie mit Herausforderungen wie Inflation, Energieabhängigkeit und sozialen Spannungen umgehen. Demirci betont in einem Gespräch mit Marlen Oehler: “Während punktuelle Ereignisse wie Raketenangriffe abgewehrt werden können, sind die eigentlichen Risiken struktureller Natur.” Der Handlungsspielraum Erdogans wird dadurch immer enger.
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