Bernard Arnault, der Chef des weltweit größten Luxusgüterkonzerns LVMH und aktuell siebtreichste Mann der Welt, sieht sich einem erheblichen Vermögensverlust gegenüber. Dieser entstand durch den jüngsten Einbruch der Aktienkurse von rund 28 Prozent im ersten Quartal, was Arnault in nur einem Handelstag etwa zehn Milliarden Dollar kostete. Insgesamt verlor er im selben Zeitraum geschätzt 56 Milliarden Dollar. Sein Vermögen wird nun auf etwa 152 Milliarden Dollar geschätzt, wie der Bloomberg-Billionaires-Index angibt.
Der Kurssturz resultiert aus einer Mischung von geopolitischen Spannungen und Schwierigkeiten im eigenen Geschäftsmodell. Der Konflikt im Nahen Osten hat den Golfstaaten als wichtigen Kundenmarkt getroffen, während in China der Luxusgüterverkauf bereits seit 2024 um bis zu 20 Prozent zurückgegangen ist und sich die Konsumentenpräferenzen von auffälligen Statussymbolen hin zu dezenteren Produkten verändert haben.
In den USA und Europa zeigt sich ein ähnlicher Trend: Kunden sind vorsichtiger im Umsatz ihrer Einkommen. Nach einer Phase der Preiserhöhungen stoßen die Luxusmarken an ihre Grenzen, wie Jelena Sokolova von Morningstar bemerkt, da “aspirational customers” weniger konsumieren.
LVMH ist nicht nur für Mode und Lederwaren bekannt, sondern auch im Geschäft mit Champagner und Spirituosen aktiv. Doch der Absatz von Cognac leidet besonders in den USA und China unter veränderten Konsumgewohnheiten. Zudem könnten geplante US-Zölle auf französische Weine und Champagner das Unternehmen hart treffen, da rund ein Viertel des Umsatzes in den USA erzielt wird.
Darüber hinaus sieht sich LVMH mit regulatorischen Herausforderungen konfrontiert. In Italien laufen Ermittlungen gegen die Kosmetikvermarktung an Minderjährige. Zudem sorgen Expansionspläne im Mediensektor in Frankreich für Unruhe, da Redaktionen ihre Unabhängigkeit durch den Eigentümerwechsel bedroht sehen.