Im Kanton Luzern wird über die Einführung eines eigenständigen Unterrichtsfachs zur Förderung von Empathie diskutiert. Dies geschieht aufgrund steigender Probleme wie Mobbing, Ausgrenzung und psychischer Belastung an Schulen. Sabine Heselhaus, eine fraktionslose Kantonsrätin, hat einen Antrag gestellt, der verbindliche Unterrichtseinheiten für die Entwicklung von Empathie, Konfliktfähigkeit sowie sozial-emotionalen Kompetenzen fordert. Der Regierungsrat soll entsprechende gesetzliche Grundlagen schaffen und eine Botschaft mit einem Entwurf zur Änderung der Rechtsgrundlagen dem Kantonsrat vorlegen.
Heselhaus argumentiert, dass nebenbei geförderte soziale Kompetenzen nicht ausreichen. Sie verweist auf die negativen Folgen des Verlusts von Respekt und eskalierende Konflikte, die weit über das Schulzimmer hinausgehen können. Internationale Studien zeigen, dass die Stärkung sozial-emotionaler Fähigkeiten effektiv gegen Mobbing, aggressives Verhalten und Ausgrenzung eingesetzt werden kann. Dänemark wird als positives Beispiel genannt, wo solche Unterrichtsinhalte schon seit Jahren etabliert sind.
Die Motion wurde von weiteren Kantonsräten unterstützt, darunter Roman Bolliger, Barbara Irniger und Gian Waldvogel der Grünen-Fraktion. Ziel ist es, diese Fähigkeiten als verbindlichen Bestandteil in der Volksschule zu integrieren und auf wissenschaftliche Erkenntnisse sowie internationale Erfahrungen zurückzugreifen.