In der Schweiz verlassen sich zahlreiche Pensionskassen bei ihren Anlageentscheidungen auf externe Berater. Diese Entscheidung wird jedoch kritisiert, da die Konservativität mancher Fonds auch andere Ursachen hat. Laut dem Bundesamt für Statistik belief sich das Vorsorgevermögen der Schweizer Pensionskassen im Jahr 2024 auf etwa 1220 Milliarden Franken. Um diese Vermögenswerte zu erhöhen, werden sie am Kapitalmarkt investiert, einschließlich Aktien, Anleihen und alternativen Investments wie Private Equity. Die meisten Fonds setzen bei der Strategiefindung und Produktwahl auf Investment-Consultants, wobei 73 % dieser Einrichtungen gemäß einer Studie von Swisscanto mit Beratungsunternehmen zusammenarbeiten. Zu den prominentesten Anbietern zählen PPCmetrics, Ecofin und C-Alm. Trotz ihrer bedeutenden Rolle stoßen diese Berater auf Kritik: Sie könnten die Renditechancen durch konservative Empfehlungen einschränken. Francesca Pitsch von Swisscanto betont zwar den Nutzen der Consultants, vor allem beim Asset-Liability-Management (ALM), doch Studien zeigen oft keinen klaren Vorteil ihrer Empfehlungen. Eine Analyse aus dem Jahr 2014 ergab keine Belege für deren Mehrwert bei Fondsselektionen. Auch eine Untersuchung von 2026 zeigte, dass wenige Consultants zu einer Standardisierung der Anlageportfolios führen könnten. Pitsch bemerkt zudem die Konzentration des Marktes und warnt vor durchschnittlichen Renditen aufgrund standardisierter Empfehlungen. Die Berater hätten wenig Anreize, innovative Lösungen zu fördern, da dies ihr Risiko erhöhen könnte. Stattdessen bevorzugten sie indexierte Produkte, was die Performance begrenzt. Stephan Skaanes von PPCmetrics verteidigt die Consultants und weist auf die Risiken innovativer Investments hin. Er betont, dass Pensionsgelder nicht experimentell genutzt werden sollten. Kritiker halten jedoch eine durchschnittliche Aktienquote von 30 % für zu niedrig. Skaanes befürwortet zwar theoretisch höhere Aktienquoten, warnt aber vor den Risiken eines Markteinbruchs. Rentnerlastige Pensionskassen seien besonders anfällig für Sanierungen, die hauptsächlich von Arbeitgebern und aktiven Mitgliedern getragen werden müssten. Insgesamt zeigt sich eine komplexe Situation, in der sowohl Berater als auch Stiftungsräte mit der Herausforderung konfrontiert sind, das Risiko zu minimieren und gleichzeitig die Renditechancen optimal zu nutzen.