In der Goldküstengemeinde Stäfa sorgt ein neues Verbot für Empörung. Von Mai bis September dürfen Hunde in den öffentlichen Grünanlagen am See nicht betreten. Nach dem Aufstellen von Schildern bei den Eingängen entbrannte eine hitzige Debatte auf sozialen Plattformen.
Nutzer äußerten sich kritisch: «Auch Hunde baden gerne, wenn es heiss ist», kommentierte einer. Ein weiterer meinte: «Unglaublich, so etwas!» Und ein Dritter betonte: «Wer in Stäfa wohnt, zahlt Steuern und sollte auch mit Hund das Recht haben, sich dort aufzuhalten.”
Unter der Empörung wird übersehen: Der Gemeinderat hat eine Lockerung beschlossen. Früher waren die Wiesen am See das ganze Jahr über für Hunde gesperrt, nun dürfen sie außerhalb der Badesaison Zutritt erhalten.
Ein Stäfener Hundehalter empfindet das Verbot als «diskriminierend» und «weltfremd». Er sieht es im Gegensatz zum Gleichberechtigungs- und Miteinandergedanken in öffentlichen Räumen. Mit einer Online-Petition, die 446-mal unterzeichnet wurde, forderte er allgemeine Zugangsmöglichkeiten für Hunde.
Stäfa ist eine der wenigen Gemeinden am rechten Ufer des Zürichsees mit einem solchen Verbot. Ähnlich restriktiv ist Meilen, wo Hunde ebenfalls meist unerwünscht sind. Die meisten anderen Gemeinden erlauben angeleinte Hunde.
Liberal hingegen handelt die Stadt Zürich: Dort dürfen Hunde ganzjährig sämtliche öffentlichen Wiesen betreten. Diese Regelung steht im Kontrast zu früheren Bestrebungen aus dem Jahr 2016, als das Sicherheitsdepartement von Karin Rykarts (Grüne) versuchte, fünf unterschiedliche Hundezonen einzuführen. Dies führte zu großem Ärger und 400 Einsprachen. Die Regelung wurde aufgehoben, und Rykart erhielt den Schmähpreis «Rostiger Paragraf». Die IG Freiheit kommentierte damals: «Bald müssen Zürcher Hundehalter einen Katasterplan mit sich herumführen.”
In Stäfa musste kein solcher Plan erstellt werden. Der Gemeinderat reagierte auf die Petition, indem er nun Hunde außerhalb der Badesaison (15. Mai bis 15. September) zu den Grünanlagen lässt und so einen Interessenausgleich zwischen Badegästen und Hundehaltern anstrebt.
In Meilen werden Lockerungen für die Badesaison erhofft, wo Hunde angeleint erlaubt sein sollen, um gemeinsam mit ihren Haltern den See zu genießen. Eine Petition ist geplant.
Das Bild von Tieren in der Badi bleibt ungewohnt. Opfikon bietet einen pragmatischen Ansatz: Am letzten Tag der Saison dürfen Hunde und ihre Besitzer kostenlos ins Freibad, um gemeinsam schwimmen zu gehen. Das Personal muss danach das Wasser ablassen und Hundehaare entfernen.