In einem Gespräch mit der NZZ bleibt das Interview von Rudolf Strahm in Bundesbern als ‘Talk in Town’ unvergessen. Der SP-Pionier kritisiert seine Partei scharf, insbesondere weil sie die Zuwanderungspolitik vernachlässigt habe und sich nicht mehr um die Interessen der Arbeitnehmerschaft kümmere – Kernthemen der Sozialdemokratie. Strahm bemängelt: «In den letzten zwanzig Jahren engagierten sich in der SP nur wenige für den Kampf gegen den Mangel an Fachkräften», und er fügt hinzu, die Partei sei in dieser Hinsicht schlichtweg überfordert.
Der Blick versuchte ebenfalls, innerhalb der SP eine politische Persönlichkeit zu finden, um auf Strahms Kritik einzugehen. «Zunächst wollten sich keine Mitglieder äussern und verwiesen alle an die Pressestelle», berichtet der Blick. Letztendlich schickte die Partei Samuel Bendahan vor, einen der beiden Co-Fraktionschefs, der jedoch kaum auf die Zuwanderungsproblematik einging. Die SP-Spitze versucht, die Empörung über Strahms Interview zu ignorieren, doch selbst wenn es ihnen gelingt: Die von dem Parteipionier vorgebrachten Tatsachen bleiben bestehen.