Der Unternehmer Martin Herrenknecht, bekannt für seine weltweit gebohrten Tunnel im Gotthardmassiv und unter dem Bosporus, äußert sich kritisch über die Situation in Deutschland. Er beobachtet, dass das Land international verspottet wird. Auf die Frage nach der wirtschaftlichen Belastung durch den Iran-Konflikt entgegnet Herrenknecht: “Wir sind nicht direkt betroffen und liefern seit Jahren nichts mehr an Iran.” Obwohl früher gute Kundenbeziehungen bestanden, sei das Vertrauen erschüttert. Geschäfte laufen jedoch in den Nachbarländern weiter, doch eine längere Dauer des Konflikts könnte schädlich sein.
Ein Hauptproblem stellt die Blockade der Straße von Hormuz dar. Herrenknecht schlägt vor, zwei Tunnel von Abu Dhabi nach Oman zu bohren und Pipelines darunter zu legen – ein Vorhaben mit einem geschätzten Investitionsvolumen von sechs bis sieben Milliarden Euro.
Herrenknechts Firma hat kürzlich den Panamakanal untertunnelt. Obwohl der Bau des zweiten Gotthard-Strassentunnels technische Herausforderungen mit sich brachte, sind die Arbeiten nun wieder im Gange. Herrenknecht bemängelt die Planungs- und Umsetzungsprobleme in Deutschland, während er die Schweiz für ihre Effektivität lobt.
Seine Verbindung zur Schweiz reicht zurück zu den 1960er Jahren beim Bau des Seelisbergtunnels. Heute ist Herrenknecht ein anerkannter Experte im Tunnelbau und sein Unternehmen beschäftigt über 5000 Mitarbeiter.
Herrenknecht sieht die Notwendigkeit, sich gegen chinesische Wettbewerber zu schützen und fordert eine “Europe first”-Strategie. Kritisch äußert er sich auch zum Stand der EU und ihren Herausforderungen.
Nach dem Rückzug aus Russland aufgrund politischer Entwicklungen, betont Herrenknecht die Bedeutung der Anpassungsfähigkeit im Geschäftsleben. Er kritisiert zudem den deutschen Arbeitsmarkt und plädiert für strukturelle Veränderungen, um Deutschland wettbewerbsfähig zu halten.
Abschließend äußert er sich über die politische Führung in Deutschland: Merz sieht er als geeigneten Kanzlerkandidaten an, der notwendige Reformen vorantreiben könnte.