Die vier Astronauten Reid Wiseman, Christina Koch, Jeremy Hansen und Victor Glover haben in den letzten zehn Tagen eine Mondumrundung absolviert. Ihre erfolgreiche Rückkehr zur Erde steht im Zeichen des Hitzeschilds ihrer Orion-Kapsel, dessen Funktion trotz Kritik von entscheidender Bedeutung ist.
Um 2 Uhr 07 morgens wird die Landung der Crew vor der Küste Kaliforniens erwartet. Die Artemis-2-Mission der NASA dient als Vorlauf für zukünftige Mondlandungen und verlief bislang ohne größere Probleme.
Das Eintrittsmanöver in die Erdatmosphäre ist besonders kritisch: Eine abrupte Verzögerung wird die Astronauten mit vierfachem Körpergewicht gegen ihre Sitze pressen. Die Außenseite der Kapsel erreicht Temperaturen von bis zu 2760 Grad Celsius, abgefedert durch den Hitzeschild. Nach dem Testflug Artemis-1 im Jahr 2022 zeigte dieser jedoch Mängel.
Um 1 Uhr 25 beginnt die Landung mit der Trennung des Crewmoduls vom Servicemodul, das nun nicht mehr benötigt wird. Eine letzte Kurskorrektur stellt sicher, dass die Raumkapsel im richtigen Winkel und an der vorgesehenen Stelle auf die Erde trifft. Die Geschwindigkeit beträgt rund 40 000 Kilometer pro Stunde.
Beim Eintritt in die Atmosphäre um 1 Uhr 54 wird sich die Kapsel mit ihrer schützenden, hitzebeständigen Seite nach vorne neigen. Hierbei entsteht ein heisses Plasma, das Kommunikation über acht Minuten unterbricht.
Ein “Skip Entry” ermöglicht eine präzisere Landung und reduziert die Kräfte auf die Astronauten. Fallschirme öffnen sich in zwei Stufen: Erstens bei etwa 10 Kilometern Höhe und zweitens bei 2 Kilometern, um die Kapsel sicher ins Meer zu bringen.
Die Landung findet vor der Küste von San Diego statt, wo Hubschrauber und Boote für die Evakuierung bereitstehen. Ein Hauptproblem bleibt der Hitzeschild, dessen Leistung bei Artemis-1 nicht den Erwartungen entsprach. Trotzdem wurde an seinem Design nichts verändert; eine modifizierte Einstiegsangleichung soll das Problem beheben.
Experten wie Charlie Camarda kritisieren die Lösung und ziehen Vergleiche zum Challenger-Unglück, da der Winkel allein nicht genügend Sicherheit biete. Wenn die Landung erfolgreich ist, kann sich die NASA über einen vollständigen Erfolg freuen: Das Lebenserhaltungssystem funktionierte einwandfrei und auch Manövriertests waren erfolgreich.
Im nächsten Jahr soll eine weitere Artemis-Mission beginnen, bei der das Andocken an eine Mondlandefähre im Erdorbit getestet wird. Die nächste Mondlandung ist für 2028 geplant, doch ein fehlendes Landemodul könnte den ambitionierten Zeitplan verzögern. Ziel ist es, eine Basisstation auf dem Mond zu errichten, inklusive Unterkünften und Infrastruktur.